Neues Wohngebiet in Delmenhorst Hinter Edeka Fehner sollen bald Wohnhäuser stehen

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Wo bisher noch Edeka Fehner und eine Brachfläche sind, sollen bald Wohnraum und ein Nachfolger des Nahversorgers stehen. Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Google / Grafik: Stadt Delmenhorst, Jan Eric FiedlerWo bisher noch Edeka Fehner und eine Brachfläche sind, sollen bald Wohnraum und ein Nachfolger des Nahversorgers stehen. Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Google / Grafik: Stadt Delmenhorst, Jan Eric Fiedler

Delmenhorst. Das neue Baugebiet an Huntestraße und Cramerstraße in Delmenhorst soll kommen. Ein Bebauungsplan für die Brache hinter dem derzeitigen Edeka-Fehner-Geschäft hat den Segen des Planungsausschusses und des entscheidenden Verwaltungsausschusses der Stadt. Es gab vereinzelte Bedenken.

Vier Mehrfamilienhäuser und 29 Einfamilien- oder Doppelhäuser können entstehen hinter dem jetzigen Edeka-Geschäft an der Cramerstraße. Und: Der Standort für einen Nahversorger soll für die umliegenden Siedlungen erhalten bleiben. Das sind die Kernpunkte eines Bebauungsplanes, der nun vom Planungsausschuss der Stadt seinen Segen bekommen hat. Bedenken gab es im Ausschuss am Dienstagabend wegen möglicher geschützter Tiere auf der Brache und wegen der Zuwegung.

Noch kein Nachfolger für Fehner

Edeka Fehner an der Cramerstraße schließt bald. Der Mietvertrag des Kaufmannes Werner Fehner für die Fläche gilt noch bis Ende 2019. Wenn es nach Fehner geht, kann es auch früher aufhören – er steht vor dem Ruhestand und geht bei Bedarf auch eher, wie er im Gespräch mit dem dk erklärt. Wegen der Nachfolge Fehners gab es Abstimmungsgespräche zwischen Grundstücksbesitzer und Stadt. Mit zwei Ergebnissen: Der Standort für einen Einzelhändler muss erhalten bleiben, und: Die Fläche dahinter könnte bebaut werden. „Zentral für uns ist der Erhalt des Nahversorgers“, erklärte Stadtplaner Ulrich Ihm im Ausschuss, „das ist von überragender Bedeutung.“ Zusätzlich könne ein attraktives innenstadtnahes Quartier entstehen. Auch der Verwalter des Grundstückes, Christian Gellert, machte dem dk gegenüber klar, dass kein Zweifel an einem Verbrauchermarkt bestehe. Der Standort habe sich bisher 50 Jahre lang gehalten. Der Erfolg werde sich fortführen. Für Verhandlungen mit möglichen Betreibern sei es aber noch zu früh.

Huntestraße verbreitert

Im Kurzdurchlauf würde der Bebauungsplan bedeuten:

  • Ein Einzelhandelsbetrieb als Nachfolger von Fehner bliebe erhalten mit einer Verkaufsfläche von etwa 1000 Quadratmeter;
  • Die entstehenden Gebäude haben maximal zwei Geschosse, die Wohnhäuser werden über die Huntestraße erschlossen, die dafür verbreitert wird, um beidseitig einen Fuß- und Radweg zu ermöglichen;
  • In dem Wohngebiet können vier kleinteilige Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen entstehen sowie 29 Baugrundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser;
  • Innerhalb des Wohngebietes wird es eine etwa 500 Quadratmeter große Grünfläche mit Spielplatz geben;
  • Zwischen dem Mischgebiet an der Cramerstraße und dem Wohngebiet kann eine Lärmschutzwand erbaut werden;
  • Dem Hoyersgraben wird ein fünf Meter breiter Uferstreifen gelassen;
  • Über den Hoyersgraben wird es eine Fußgängerbrücke zur Albert-Einstein-Straße geben.

Naturschutz-Bedenken von Anwohner

Dabei gab es Bedenken: Ein Anwohner der Huntestraße kritisierte, dass die Huntestraße zu schmal sei, um dem Verkehr zu und von dem Wohngebiet gerecht zu werden. Eine Erschließung von der Albert-Schweitzer-Straße her sei auch denkbar. Zudem glaube er, dass in der alten Brache die geschützte Haselmaus lebt, und dass auch der Hoyersgraben schützenswerte Amphibien beherbergt. Dies, und Auswirkungen auf die Pflanzenwelt, sollte berücksichtigt werden. Seine Bedenken wegen der Tier- und Pflanzenwelt vertiefte Dr. Yvonne Ingenbleek, beratendes Ausschussmitglied für den Nabu, nicht. Sie fragte aber provokant an Ihms Adresse: „Sie planen, das im beschleunigten Verfahren durchzuziehen, obwohl es europarechtliche Bedenken dagegen gibt?“ – eine Spitze im Sinne des Naturschutzes, weil das bestehende sogenannte „Vereinfachte Verfahren“ wegen Umweltfragen kritisiert wird. Ihm schmallippig: „Wir richten uns nach dem, was der Gesetzgeber vorgibt.“

Die Politiker der Runde stützten das Vorhaben. Dem Bebauungsplan wurde mehrheitlich zugestimmt. Der Verwaltungsausschuss stimmte am Mittwochabend ebenfalls abschließend zu.


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