„Werkhof“ in Delmenhorst Langzeitarbeitslose finden zurück in den Job

Von Biljana Neloska, 11.09.2018, 16:20 Uhr
Norbert Rosenberg arbeitet seit vier Wochen beim „Werkhof“-Projekt mit. Foto: Biljana Neloska

Delmenhorst. Der „Werkhof“ soll Arbeitslosen dabei helfen, den Weg ins Berufsleben zu erleichtern. Für manche ist das Projekt ein Schritt zur nächsten Anstellung, für andere ein Schritt zurück in den Alltag.

Langzeitarbeitslose sollen zurück ins Berufsleben finden – das ist das Ziel des „Werkhof“-Projekts. Das Jobcenter Delmenhorst und die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) haben diese sogenannte Arbeitsgelegenheit, eine Maßnahme zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt, im vergangenen Mai in Delmenhorst gestartet. Aktuell gibt es 25 Teilnehmende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Bereichen: Garten, Holz, Textil und Hauswirtschaft.

„Weg zurück in eine Alltagsstruktur finden“

So wie Norbert Rosenberg, der gerade im Gartenbereich tätig ist und seit vier Wochen im „Werkhof“ arbeitet. „Ich habe viele Jahre auf dem Bau gearbeitet aber keinen erlernten Beruf. Viele Firmen möchten auch einfach gerne jüngere Leute einstellen. Dafür mache ich jetzt hier was Gutes“, sagt der 61-Jährige. Überlegung hinter dem Projekt sei es gewesen, die Arbeitslosen in praxisorientierten Bereichen einzusetzen, erklärt Marion Denkmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Delmenhorst. „Ziel ist es, den Weg in den Job zu gehen. Es geht hierbei aber auch um Menschen, die einen hohen Unterstützungsbedarf haben und die erst ihren Weg zurück in eine Alltagsstruktur finden müssen. Es geht in diesem Fällen darum, die Teilnehmenden wieder aufzubauen“, sagt Denkmann. Wichtig sei auch, dass die Teilnehmenden erfahren, dass ihre Arbeit einen Sinn habe, betont Willi Albers, LEB-Einrichtungsleiter. So würden sich die verschiedenen Arbeitsbereiche gegenseitig unterstützen. „Das Geerntete aus den angelegten Hochbeeten im Garten kommt direkt in die Hauswirtschaft, in der auch jeden Tag ein warmes Essen zubereitet wird“, sagt Albers.

Gemeinnützige Arbeit

Auch der „Werkhof“ selbst sei von den Projekt-Teilnehmern eingerichtet worden. Darüber hinaus würde die Arbeit der einzelnen Bereiche auch einem gemeinnützigen Zweck dienen, berichtet Albers. In Kooperation mit dem Nabu stellt die Holzwerkstatt beispielsweise Nistkästen und Insektenhotels her und die Textilwerkstatt produziert aktuell Wintersachen, die im Anschluss an die Wohnungslosenhilfe in Delmenhorst gehen sollen. „Bei diesen Tätigkeit entdecken die Arbeitslosen dann auch immer wieder verborgene Talente bei sich selbst und merken ‘Ich kann was. Ich bin was wert‘. Die ersten kommen auch schon auf uns zu und bitten uns, sie bei ihren Jobbewerbungen zu unterstützen“, so Albers. Das „Werkhof“-Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

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