Bericht zur Stadtentwicklung Ausländer ziehen gern nach Delmenhorst

Von Thomas Breuer, 10.09.2018, 20:26 Uhr
Die Stadt Delmenhorst übt auf Menschen mit ausländischem Pass offenbar eine große Anziehungskraft aus. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Die seit 2011 deutlich ansteigende Zuwanderung von Ausländern nach Delmenhorst hat 2015 eine neue Höchstmarke erreicht.

Erstmals in jüngerer Zeitrechnung überstieg die Zahl der zugezogenen Menschen mit ausländischem Pass (3185) die Zahl der sich neu ansiedelnden Deutschen (2508). 2016 lag das Verhältnis noch bei 3067 zu 2477.

Zuzug aus dem Aus- und dem Inland

Diese auch durch die Flüchtlingswelle getragene Veränderung belegt in differenzierten Zahlen ein im Auftrag der Stadt entstandener Bericht des Bundesverbandes für Wohnen und Stadtentwicklung (vhw) für die Jahre 1995 bis 2016. Bemerkenswert ist dabei: Die Zuwanderung von Ausländern nach Delmenhorst kommt nicht nur aus dem Ausland, sondern auch aus dem Inland (Sekundärmigration). 2015 etwa kamen knapp 1800 Ausländer direkt aus anderen Staaten nach Delmenhorst, aber eben auch gut 1400 aus dem Inland.

Attraktiv trotz höherer Arbeitslosenquote

„Es scheint“, schlussfolgert die Verwaltung aus dem Bericht, „dass Städte wie Delmenhorst für zugewanderte Ausländer attraktiver sind als ländliche Regionen, obwohl dort die Arbeitslosenquote deutlich geringer ist.“ Als eine Erklärung dafür gilt, dass „im ländlichen Bereich häufig kein adäquater Wohnrum für Zuwanderer zur Verfügung gestellt wird“.

„Eigenheimabwanderung“ in die Nachbarschaft

Parallel zur skizzierten Entwicklung sind im genannten Zeitraum – mit Ausnahme von 2013 – in jedem Jahr mehr Deutsche fort- als zugezogen. Auch hierfür hat die Verwaltung eine Erklärung: „Die hohen Fertigstellungszahlen bei Ein- und Zweifamilienhäusern im Landkreis Oldenburg führten zu einer „Eigenheimabwanderung“ aus den benachbarten Städten“, darunter Delmenhorst.

Vor allem in Düsternort und im Wollepark

Prekäre und für sich abgekapselte Migrantenmilieus macht die Erhebung vor Ort „mit einer hohen räumlichen Konzentration in Düsternort und im Bereich Wollepark“ aus. Sozial aufstrebende ausländische Zuwanderer orientieren sich bei der Wohnortwahl demnach vor allem in Richtung Stadtrand. Dadurch verlieren sie nach Einschätzung der Verwaltung ihre „Brückenfunktion“ zu den genannten Milieus.

Regionaler Ausgleich als Empfehlung

Der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung empfiehlt auf Basis der dargestellten Zusammenhänge einen regionalen Ausgleich, um eine einseitige räumliche Konzentration zu vermeiden. Bereits im vergangenen Herbst hatte Delmenhorst mit einem Ausländeranteil von 15 Prozent beim Land Niedersachsen einen vorläufigen Zuzugsstopp für Flüchtlinge erwirkt. Anerkannte Flüchtlinge können hier seitdem nur noch in Ausnahmefällen ihren Wohnsitz nehmen. „Generell wird schnell wirksamen Integrationsmaßnahmen in Delmenhorst in Abstimmung mit der Bevölkerung eine hohe Bedeutung zugemessen“, bilanziert die Verwaltung.

Chance als Ausweichstandort zu Bremen

Generell verweist die Erhebung auf Möglichkeiten für Delmenhorst, sich als Ausweichstandort für den bremischen Wohnungsmarkt zu entwickeln.

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