Befragung von Zu- und Fortgezogenen Nabu kritisiert Baulandpolitik der Stadt Delmenhorst

Von Frederik Grabbe, 10.09.2018, 13:19 Uhr
„Baulücken sowie Brachen füllen und den Innenbereich stärken“: So lauten die Forderungen des Nabu im Zuge der aktuellen Baulanddebatte. Foto: Patrick Pleul/dpa

Delmenhorst. Dass die Stadt es als notwendig erachtet, in Randlage Baugebiete für großzügig angelegte Einfamilienhäuser auszuschreiben, stößt beim Nabu auf Kritik. Eine aktuelle Analyse lege andere Schlüsse nahe.

Der Delmenhorster Naturschutzbund (Nabu) kritisiert Schlussfolgerungen der Stadt aus der jüngsten Wanderungsmotivbefragung. Die Stadt hatte im Frühjahr Menschen über ihre Motive befragt, aus Delmenhorst fort- oder in die Stadt zu ziehen. Diese wird am Donnerstag im zusammengelegten Wirtschafts- und Planungsausschuss vorgestellt. Aufgrund der Abwanderung in den Landkreis Oldenburg hatte die Verwaltung in der Mitteilungsvorlage zu der Befragung den Schluss gezogen, dass Flächen für Einfamilienhäuser am Stadtrand mit einer eher geringen Verdichtung geschaffen werden müssten – ähnlich wie im Landkreis –, um die Abwanderung zu mindern.

Nabu: Fazit der Stadt passt nicht zu Befragungsergebnissen

„Schaut man sich die Zahlen genauer an, passt dieses Fazit nicht zu den Befragungsergebnissen: Nur zehn Mal wird als Grund für den Fortzug ein fehlendes Baugrundstück genannt“, rechnet Yvonne Ingenbleek vom Nabu die Ergebnisse auf die Befragten herunter. „Die Unzufriedenheit in den Bestandsquartieren wird durch abgesetzte Nobelviertel sogar noch verstärkt“, so Ingenbleek weiter. Das bestätige auch die neue Milieu-Analyse, die am Donnerstag ebenfalls vorgestellt werden soll. „Delmenhorst liegt mit der Zahl der Einkommensstarken im Bundesdurchschnitt“, schreibt Ingenbleek. „Sie sind nur ungünstig verteilt, nämlich bereits jetzt weit überwiegend am Stadtrand. Und genau dort werden gleichzeitig viele Häuser durch den Auszug von Senioren frei, die bedarfsgerechte Wohnungen im Innenbereich suchen.“

„Innenbereich stärken, Baulücken füllen“

Für den Nabu bestätigt die Wanderungsmotivbefragung generell die grundlegenden Probleme der Stadt: „Das Image, das Stadtbild, die Innenstadt, fehlende Arbeits- und Ausbildungsplätze, mangelnde Sicherheit und Sauberkeit sowie eine verbesserungsbedürftige Sozial- und Einwohnerstruktur“, so Ingenbleek. Auf den Wohnungsmarkt bezogen, fordert der Nabu, die Wohnqualität im Innenbereich der Stadt zu verbessern, indem Baulücken, Hinterland und Brachen mit „hochwertigen Objekten“ geschlossen werden, alte Häuser saniert oder durch neue ersetzt werden. Große Neubaugebiete im Außenbereich seien nicht notwendig.

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