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07.09.2018, 18:34 Uhr KOMMENTAR

Wanderungsbewegungen: Es gibt noch mehr als Bauland

Kommentar von Frederik Grabbe

Bauland spielt bei Wanderungsbewegungen in der Stadt weniger wichtige Rolle, als gedacht, hat eine Umfrage ergeben. Im Bild ist das geplante Baugebiet Am Heidkamp zu sehen. Archivfoto: Frederik GrabbeBauland spielt bei Wanderungsbewegungen in der Stadt weniger wichtige Rolle, als gedacht, hat eine Umfrage ergeben. Im Bild ist das geplante Baugebiet Am Heidkamp zu sehen. Archivfoto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Was zieht Menschen nach Delmenhorst? Und was drängt sie in eine andere Kommune? Zur Verfügung stehendes Bauland spielt eine unerwartet geringe Rolle. Die Ergebnisse sollten Anlass zum Umdenken sein. Ein Kommentar.

Wer hätte das gedacht? Bauland ist gar nicht so wichtig, wie in den Jahren zuvor stets angenommen. Die Fokussierung auf den Platz für Häuslebauer, die die Stadt in ihrer Wohnungsmarkt-Strategie zum Ausdruck bringt, erscheint somit als reichlich eindimensionales Mittel, um jene aufzuhalten, die der Stadt den Rücken kehren wollen. Diese Erkenntnis ist vielleicht die interessanteste, die die Befragung zutage gefördert hat.

Ja, es gibt den viel zitierten Wegzug von Delmenhorsten in den Landkreis oder speziell nach Ganderkesee. Die Befragung zeigt nun aber auf, dass ausschlaggebende Gründe hierfür in der Unzufriedenheit mit dem Wohnumfeld oder in fehlenden Arbeitsplätzen in Delmenhorst zu suchen sind. Diese Gründe schlagen offenbar viel heftiger ins Kontor, als es das Bauland vermag.

Mehr Gastronomie und Handel in der City, mehr Kitas, Freizeitangebote, Kultur, die Vermittlung eines besseren Sicherheitsgefühls, gut ausgestattete Schulen und natürlich mehr Arbeitsplätze könnten sich als viel lohnbringendere Mittel erweisen, um Wegzüge aus der Stadt einzudämmen.

Bezüglich der Arbeitsplätze rückt nun folgende Frage verstärkt in den Fokus: Sollten die begrenzten Flächen der Stadt wirklichmehrheitlich dem Wohnungsbau überlassen werden? Oder doch nicht besser dem Gewerbe? Durch die so entstehenden Arbeitsplätze könnte man viel eher auf gravierende Probleme der Stadt eingehen.


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