St. Marien mit neuem Pfarrer Guido Wachtel im Schatz der Delmenhorster Gemeinde

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Delmenhorst. Die 444 Tage lange Vakanz der Pfarrstelle in der katholischen St. Marien-Gemeinde in Delmenhorst hat ein Ende. Am Sonntag, 9. September, wurde Guido Wachtel in sein Amt eingeführt. Er stellte angelehnt an einen Bibelvers fest: „Ich kann nicht alles, ich weiß nicht alles, ich bin zerbrechlich“. Aber die Gemeinde und der Glaube sei ein Schatz.

In einem feierlichen Gottesdienst in der katholischen St. Marien-Gemeinde hat Offizialatsrat Bernd Winter dem neuen Pfarrer Guido Wachtel die Obhut über die Pfarrgemeinde St. Marien übergeben. Damit ist Wachtel nach 444 Tagen der Nachfolger von Hubert von der Heide.

Mittlerweile unterwegs ohne Navi

Ob er sich schon eingelebt habe, und wer er so sei, das seien derzeit alltägliche Fragen an ihn, berichtete Wachtel, nachdem Winter ihm seine Ernennungsurkunde im Altarraum übergeben hatte. Nun, er sei etwas aufgeregt, sagte er, aber sei bereits ein wenig hier zur Eingewöhnung, „und ich finde die verschiedenen Einrichtungen bereits ohne Navi“. Ihm würden offene, freundliche Gesichter entgegenleuchten. Sein Pfarrbereich sei bunt, international, und es reize ihn, die unterschiedlichen Gruppen kennenzulernen.

Schatz in zerbrechlichem Gefäß

Was er für einer ist? Wachtel zog seinen Primizspruch – den er sich zu seiner Weihe ausgesucht hatte – zur Erklärung heran: „Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen“, lautete der, aus dem zweiten Brief an die Korinther. Man könne ihn pessimistisch, realistisch, und optimistisch sehen: „Jeder hat irgendwie seinen Sprung in der Schüssel“, interpretierte er salopp. Menschen seien nicht perfekt, und viele Dinge lägen im Argen: Gläubigenmangel, Priestermangel, Missbrauchsskandale, die Aufgabe katholischer Gotteshäuser nannte er. Er selbst hingegen sehe gern den optimistischen Teil: den Schatz. „Wir sind zwar ein zerbrechliches Gefäß“, so Wachtel, „aber: Gott legt seinen Schatz trotzdem hinein.“ Und diesen Schatz finde er in der Gemeinde. Wenn er zu Jubiläen von Gemeinden gehe, und viele Menschen freudig die Gemeinschaft im Glauben leben, darin finde sich der Schatz des Glaubens. Dennoch müsse man die Brüche und Sprünge – das Zerbrechliche im Gefäß – wahrnehmen. „Vergraben Sie sich nicht im Pessimismus. Lassen Sie sich nicht hängen. Lassen Sie mich nicht hängen“, sagte er. Gemeinsam wolle man den Schatz leben.

Buntes Gemeindefest

Pfarrer Norbert Lach hatte 444 Tage lang die Vertratung übernommen. Foto: Kai Hasse

Angeschlossen an den Gottesdienst war das Gemeindefest von St. Marien mit dem Motto „Unser Leben sei ein Fest, sowie heute und jeden Tag“. Gemeindemitglieder spielten am Lebendkicker, informierten sich an den Ständen von Caritas, Terre des Hommes, dem Eine-Welt-Laden oder der gemeindeeigenen Bücherei. Im Gemeindehaus gab es Kaffee und Kuchen satt, und mehrere Gruppen machten für die Gäste vielfältiges Essen vom Kartoffelpuffer über Bigos bis hin zu philippinischen oder aramäischen Speisen. Hunderte waren an beiden Tagen des Wochenendes unterwegs. Mittendrin auch Pfarrer Norbert Lach, der in 444 Tagen die vakante Stelle des leitenden Pfarrers übernommen hatte. „Es war eine ausgefüllte und fordernde Zeit“, sagt er. Aber er habe sie gern gemacht. Nun trete er „ins Team zurück“.


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