Besuch aus der Landeshauptstadt Umweltminister besucht Delmenhorster Graftanlagen

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Umweltminister Olaf Lies (2. v.l., SPD) besuchte zusammen mit Deniz Kurku (rechts, SPD) die Delmenhorster Graftanlagen und den Bienenlehrpfad. Imker Uwe Roselieb (links) zeigte seine Mitarbeiter. Foto: Bettina Dogs-PrößlerUmweltminister Olaf Lies (2. v.l., SPD) besuchte zusammen mit Deniz Kurku (rechts, SPD) die Delmenhorster Graftanlagen und den Bienenlehrpfad. Imker Uwe Roselieb (links) zeigte seine Mitarbeiter. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Delmenhorst. Der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat am Freitag zusammen mit Parteikollegen die Delmenhorster Graft besucht. Seinem Gastgeber, dem Verein „Unsere Graft“, versprach er, sich für die Bienen einzusetzen. Auch die Wasserförderung in der Graft wolle er unterstützen.

In Deutschland gibt es rund 130.000 Imker, dazu etwa eine Million Bienenstöcke, in denen fleißige Bienen täglich Honig produzieren. „Aber um den Lebensraum der Bienen zu erhalten, muss ganz dringend das Spritzen eingeschränkt werden“, appellierte Uwe Roselieb, zuständiger Imker für die Bienen des Lehrpfades in der Graft, gestern früh an Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies. Auf Einladung des Bürgerparkvereins „Unsere Graft“ war der SPD-Politiker nach Delmenhorst gekommen, um sich ein Bild von dem Anfang Mai mit dem Umweltpreis der Stadt Delmenhorst ausgezeichneten Bienenlehrpfad zu machen. „Der Imker ist fast schon beliebter als der Feuerwehrmann“, scherzte Lies vor Mitgliedern des Vereins. „Aber was sie hier machen ist wirklich großartig.“

Lebensraum der Bienen soll geschützt werden

Bei einem Rundgang über das Schaugelände betonte Roselieb die Bedeutung der Insekten für die Natur und mahnte: „Der Lebensraum der Bienen darf auf keinen Fall weiter zerstört werden.“ Bei Lies stieß er damit auf offene Ohren. „Es muss wieder verstärkt in unser Bewusstsein gelangen, dass wir die Natur mehr schützen müssen und weniger eingreifen“, sagte er vor rund 20 Gästen. Den Vereinsmitgliedern versprach er: „Wir werden Anfang 2019 neuen Schwung in die Sache bekommen und solche Projekte und Programme verstärkt fördern können.“ Hoffnungsvolle Aussichten für Vereinspräsident Dr. Klaus Bohnemann. „Seit Jahren drängen wir leider mit mäßigem Erfolg auf das Anlegen von Blühstreifen in Gebieten der Graft. Es geht aber nicht, weil es ein Landschaftsschutzgebiet ist“, monierte er.

Trinkwasserförderung erklärtes Ziel

In punkto Trinkwasserförderung in der Graft versicherte Lies, dass alle für das Planfeststellungsverfahren notwendigen Unterlagen vorlägen und nicht davon auszugehen sei, dass das eh schon langwierige Verfahren unnötig aufgehalten werde. „Würde man hier kein Trinkwasser fördern, müsste die Graft für sehr viel Geld saniert werden“, betonte Harald Groth vom Verein „Rettet die Graft“ gegenüber dem Umweltminister. Darüber hinaus werde seit Jahren aufwendig Grundwasser abgepumpt. „Jährlich landen etwa zwei Millionen Kubikmeter in der Bäke, die zu Trinkwasser aufbereitet werden könnten“, so Groth. „Wie lange will man sich das in Hannover noch angucken, dass mit ständigen Sondergenehmigungen wertvolles Trinkwasser abgepumpt wird?“ Lies versprach nun, den Verlauf des Verfahrens regelmäßig zu überprüfen und einen vernünftigen Lösungsweg voranzutreiben. Zu dem im Zuge der großen Graftüberschwemmung gestorbenen Baumbestand sagte er: „Wirklich Wahnsinn, was man da verloren hat. Das muss nicht sein.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN