Verfahren gegen Delmenhorster Richterin verdonnert Rechtsanwältin zu Geldstrafe

Von Ole Rosenbohm

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Die Anwältin eines Delmenhorsters muss nun ein Strafgeld zahlen. Symbolfoto: dpaDie Anwältin eines Delmenhorsters muss nun ein Strafgeld zahlen. Symbolfoto: dpa

Oldenburg. Ein Verfahren gegen einen wegen Wohnungseinbruchsdiebstahl angeklagten Delmenhorster hat das Landgericht Oldenburg am Freitag ausgesetzt und stattdessen die Rechtsanwältin des Angeklagten zur Zahlung der Gerichtskosten für den ausgefallenen Prozesstag verdonnert.

Die Pflichtverteidigerin eines 62-jährigen Delmenhorsters war zur Verhandlung im Landgericht nicht erschienen und hatte stattdessen einen Vertreter geschickt. Diesen Vertreter aber lehnte ihr Mandant im Gerichtssaal ab. Nun muss die Anwältin ein Strafgeld zahlen. Die Anwältin hatte eine Woche vor der Termin das Gericht um eine Verlegung gebeten. Das aber war der Richterin zu spät. Auch der Angeklagte habe ein Recht auf sein Verfahren, sagte sie. Die Anwältin soll entgegnet haben, sie könne sich nicht klonen. Sie habe parallel ein anderes Verfahren zu bestreiten.

„Ich kenne ihn nicht und will ihn nicht“

Die Verhandlung hätte stattgefunden, wenn sich der Angeklagte mit der Vertretung einverstanden erklärt hätte. Das tat er aber nicht: „Ich kenne ihn nicht und will ihn nicht“, sagte der Mann der Richterin. Er will nun auch seine ursprüngliche Pflichtverteidigerin austauschen. Abhängig vom Urteil dürften sich die Gerichtskosten für diesen Tag auf einen niedrigen dreistelligen Betrag belaufen. Das ausgesetzte Verfahren wird nachgeholt. Die Anwältin muss nun die Gerichtskosten für den Termin zahlen.


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