Liebe zum Detail in Delmenhorst Elfy Graham veröffentlicht erstes eigenes Buch

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Elfy Graham hat ihren ersten Roman veröffentlicht, aus dem sie am Wochenende vortragen wird. Das Ganze findet im britischen Ambiente ihrer Wohnung statt. Foto: Bettina Dogs-PrößlerElfy Graham hat ihren ersten Roman veröffentlicht, aus dem sie am Wochenende vortragen wird. Das Ganze findet im britischen Ambiente ihrer Wohnung statt. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Delmenhorst. Elfy Graham ist eine Macherin. Erst hat sie gemeinsam mit Ehemann Robert perfekte Miniatur-Welten erschaffen, dann ist sie ins schreibende Metier gewechselt. Bei einem „Tag der offenen Tür“ stellt sie nun ihren Debütroman vor.

Um kurz vor fünf wird es wuselig bei den Grahams. Im britisch geprägten Teil dieser Welt steht „Tea time“ an, die Zeit also für ein gutes Tässchen Tee bei Gurkensandwiches und ofenwarme Scones. Und auch am Lübecker Weg sortieren sich die Gäste, um in guter Manier einer alten englischen Tradition zu folgen. Deutsche Dekoration sucht man hier vergebens – das Wohnhaus im Herzen Delmenhorsts wirkt wie eine britische Enklave, geprägt vom englischen Landhausstil. Und Am Samstag, 8. September, stellt Graham in diesem Umfeld ihr erstes Buch vor.

Zeremonielle Zusammenkünfte

Seit mehreren Jahren nun schon stellen Elfy und Robert Graham, der gebürtiger Schotte ist, aber trotzdem keinen Whiskey mag, regelmäßig ihre privaten Wohnräume zur Verfügung für einen Kurztrip ins Vereinigte Königreich. Alles ist hier britisch: Vom Teeservice bis zum Toilettenpapierhalter, jedes Stück ein genauestens arrangierter Darsteller in der großen Kulisse englischer Lebensart. Dabei war es eigentlich nie die Absicht der Eheleute, ihr Wohnzimmer einmal in einen Five-o-clock-Teeraum zu verwandeln, in dem regelmäßig zeremonielle Zusammenkünfte veranstaltet werden. Die Fünf-Uhr-Treffen sind vielmehr das Nebenprodukt ihrer großen Leidenschaft: das Nachbauen vornehmlich englischer Häuser im Maßstab 1:12.

Winzige Pralinen aus Modelliermasse

In den vergangenen 15 Jahren haben Elfy und Robert Graham ihr Hobby derart verfeinert und ausgeweitet, dass heute die gesamte untere Etage des Elternhauses als Ausstellungsfläche dient. Hier gibt es fast nichts, was nicht aus Modelliermasse geformt werden könnte, anfangen von winzigen Pralinen bis hin zu stattlichen Häuserfassaden bekannter Kinofilme. Doch seit sie einmal im Jahr einen „Tag der offenen Tür“ veranstalten, bei dem das alles besichtigt werden kann, wollen immer mehr Gäste Gurkensandwiches und Tee auch an anderen Tagen.

Das alles ist Elfy Graham nicht genug, zwischen all der royalen Dekoration scheint sich ihre Kreativität in einen unerschöpflichen Fundus an Ideen zu steigern. Nachdem sie ihr größtes Projekt, das Modell eines schottischen Landsitzes mit 14 – bis ins kleinste Detail ausgeschmückte – Zimmer, vollendet hatte, hat sich die 68-Jährige an ein nächstes Projekt gewagt: das Schreiben eines Romans.

Offene Türen und Gebäck

An diesem Sonnabend führt Elfy Graham ihre drei großen Leidenschaften nun zusammen und präsentiert sie der Öffentlichkeit. Beim diesjährigen „Tag der offenen Tür“ stellt sie bei Tee und englischem Gebäck, vor der Kulisse englischer Häuserfassaden, den Anfang des Jahres herausgebrachten Roman „Der Anhalter“ vor, aus dem sie auch lesen wird.

Auf mehr als 600 Seiten hat die 68-Jährige eine fiktionale Welt erschaffen, in der die beiden Protagonisten Annie und David gegen die Ungerechtigkeiten unserer Zeit anzukämpfen. Es geht dabei um Gier und Machtversessenheit, Ellenbogengesellschaft und Zerstörungswut. Doch trotz all der Widerstände, die Annie und David dabei immer wieder begegnen, versuchen die beiden unbeirrbar, der Liebe einen Weg zu ebnen und damit das Gute zurück auf die Erde zu bringen.

Das Buch ist im „Book on demand“-Verlag erschienen und beim „Tag der offenen Tür“ erhältlich. „Der Anhalter – Die Ankunft“ ist der erste von zwei Bänden. Band zwei „Die Zeit“ soll Ende Ende des Jahres veröffentlicht werden. Mit Sicherheit dann wieder eingerahmt von einer typisch englischen Tee-Party – denn Tradition muss sein.


Der „Tag der offenen Tür“ wird am Samstag, 8. September, am Lübecker Weg 32 A veranstaltet. In der Zeit von 16 bis 20 Uhr werden bei britischem Ambiente Tee, Kaffee, Gurkensandwiches und Früchtekuchen angeboten. Der Eintritt zu den Miniatur-Modellhäusern ist kostenlos, genauso wie die Lesung.

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