Delmenhorsterin verurteilt Zum Einschlafen dem Kind einen Joint gegeben

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Sie gab ihrem Sohn über Monate Marihuana zum Einschlafen – oder als Belohnung. Wegen 20 dieser Fälle ist eine 34-jährige Delmenhorsterin nun vom hiesigen Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: Michael GründelSie gab ihrem Sohn über Monate Marihuana zum Einschlafen – oder als Belohnung. Wegen 20 dieser Fälle ist eine 34-jährige Delmenhorsterin nun vom hiesigen Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: Michael Gründel

Delmenhorst. Sie gab ihrem Sohn über Monate Marihuana zum Einschlafen – oder als Belohnung. Wegen 20 dieser Fälle ist eine 34-jährige Delmenhorsterin nun vom hiesigen Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Amtsgericht Delmenhorst hat eine 34-jährige Frau zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt, weil sie vor zwei Jahren regelmäßig über Monate Marihuana an ihren 16-jährigen Sohn sowie dessen Freund abgegeben haben soll. So ungeheuerlich der Vorwurf der Drogenabgabe an Minderjährige wirken mag, so schwierig gestaltete sich das ganze Leben der Angeklagten, einer Mutter von fünf Kindern, von denen keines mit ihr zusammen lebt.

Lebensweg voller Problemlagen

Mit elf Jahren, sagte sie, rauchte sie ihren ersten Joint, mit 13 flüchtete sie von ihrer alkoholkranken Mutter, mit 15 war sie schwanger. Vom Kindsvater hörte sie bald nichts mehr, das Kind kam zu einer Pflegefamilie, sie selbst in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Entgiftung. So ähnlich sollten sich auch die Geschichten um die weiteren Schwangerschaften wiederholen. Geschichten um eine Frau, die nie ihr Leben in den Griff bekam, ständig unter Geldnot, Depressionen und Drogensucht litt. Sie nahm auch Kokain und Heroin.

Kinder in Pflegefamilien gegeben

Auch das zweite Kind gab sie in eine Pflegefamilie. Jahre später verlor sie den Streit um das Sorgerecht für das dritte gegen das Jugendamt, auch das vierte wurde ihr gegen ihren Willen genommen. Der Angeklagten liefen Tränen, als ihre Anwältin ihre Geschichte vortrug.

Erster Sohn kehrt zur Mutter zurück – und bringt Drogenproblem mit

2016 lebte die Frau alleine in Delmenhorst, als das Jugendamt verfügte, ihr erster Sohn solle zurückkehren. Vorbereitet war keiner. Auch der 15-Jährige nicht, der selber ein gehöriges Drogenproblem zur leiblichen Mutter mitnahm, den regelmäßigen Konsum der Partydroge Ecstasy. Seine Mutter sagte aus, er hätte Einschlafprobleme gehabt, auch starke Zuckungen. Um ihn runterzubringen, habe sie ihm Marihuana gegeben. Einen Joint zum Einschlafen quasi – oder zur Belohnung, wenn er das Zimmer aufgeräumt hatte. „Ich war der Meinung, Joints sind besser als Ecstasy.“

Freund des Sohnes bringt Verfahren ins Rollen

Das Zusammenleben ging nicht gut. Sie rauchte aus Bongs, er feierte Partys in der Wohnung und „kam mit Dealern in Kontakt, die nicht einmal ich kannte“. Streitereien eskalierten. Als im Oktober 2016 die Polizei vor der Tür stand, hatte er seine Tasche schon gepackt.

Ausgelöst wurde das Verfahren durch den Freund des Sohnes, der bei der Polizei aussagt hatte, er habe ebenfalls von der Angeklagten Marihuana erhalten. Vor Gericht aber widersprach er sich so oft, dass keine seiner Aussagen mehr verwertbar war.

Frau hat Drogentherapie begonnen

Verurteilt wurde die Frau wegen 20 Marihuana-Abgaben an ihren Sohn. Heute lebt sie in einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Sie wird substituiert und hat vor einiger Zeit auch einen Schulabschluss gemacht.


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