dk-Umfrage zur Zeitumstellung Zeitumstellung hat in Delmenhorst kaum Fans

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Delmenhorst. Der Biorhythmus, die Verwirrung, die Mehrarbeit: Den Delmenhorstern fallen viele Argumente gegen die Zeitumstellung ein, aber kaum welche dafür. Einige haben bei der EU-Umfrage mitvotiert.

In Heinz-Jürgen Buchholz, als Juwelier Herr über hunderte Uhren, würde man einen klaren Gegner der Zeitumstellung vermuten. Aber falsch: „Ich kann nicht verstehen, dass man nach der Zeitumstellung nicht schlafen kann“, sagt der Seniorchef des gleichnamigen Juwelier-Geschäfts an der Langen Straße, „man geht ja sonst auch mal eine Stunde früher oder später ins Bett.“ Die Mehrheit der vom dk bei einer Straßenumfrage interviewten Delmenhorster ist aber mit gut 80 Prozent der EU-Bürger einer Meinung: Die Zeitumstellung gehört abgeschafft. (Weiterlesen: Warum die EU die Zeitumstellung abschaffen will)

„Fehlentscheidungen korrigieren“

Einige Delmenhorster gehören sogar zu den 4,6 Millionen Teilnehmern der EU-Online-Umfrage, auf deren Basis EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor wenigen Tagen einen Kommissionsbeschluss zur Abschaffung der Zeitumstellung ankündigte. Einer von den 84 Prozent der Deutschen, die online gegen die Uhrumstellung abgestimmt haben, ist der Delmenhorster Christian Erichsen. „Fehlentscheidungen muss man auch mal korrigieren, auch in der Politik“, sagt der 64-Jährige. Gesundheitliche Gründe wie der Biorhythmus, aber auch das Tierwohl sprechen aus Erichsens Sicht gegen das Drehen an der Uhr.

Verwirrendes Umgewöhnen im März und Oktober

Auf die Verwirrung an jedem letzten März- und jedem letzten Oktober-Sonntag kann auch die 16-jährige Yeliz Berktas aus Delmenhorst gut verzichten. „Erst gewöhnt man sich an das eine und dann muss man sich schon wieder umstellen“, kritisiert sie die hierzulande seit 1980 geltende Regelung. „Und je älter man wird, desto mehr Schwierigkeiten bereitet einem die Zeitumstellung“, berichtet die 48-jährige Delmenhorsterin Martina Zirwes. (Weiterlesen: Kritik an nicht repräsentativer Online-Befragung der EU-Kommission)

EU-Parlament und Mitgliedsstaaten müssen zustimmen

In der Nacht auf den 28. Oktober müssen sie und alle anderen EU-Bürger die Uhr aber auf jeden Fall noch mal eine Stunde zurückstellen. Denn wenn die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt, müssen EU-Parlament und Mitgliedsstaaten noch zustimmen.

Juwelier muss jede Uhr anfassen

Das bedeutet auch für das Team bei Juwelier Buchholz noch einen Großeinsatz. „Wir fassen jede Uhr an und stellen sie richtig“, erklärt Heinz-Jürgen Buchholz, „aber das ist kein Problem, wir müssen die Ware ja sowieso pflegen.“


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