Schleichverkehr von der A1 Stau-Umfahrer nerven Delmenhorster Anwohner

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Die Kopernikusstraße im Delmenhorster Stadtteil Adelheide zwischen der Kreuzung Adelheider Straße/Holzkamper Damm (links) und dem Zeppelinweg. Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, GoogleDie Kopernikusstraße im Delmenhorster Stadtteil Adelheide zwischen der Kreuzung Adelheider Straße/Holzkamper Damm (links) und dem Zeppelinweg. Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Google

Delmenhorst. Viele Autofahrer, die einen der Dauer-Staus rund um die A-1-Baustellen umgehen wollen, kürzen übers Delmenhorster Stadtgebiet ab. Betroffen ist auch die Kopernikusstraße in Adelheide, doch Abhilfe naht nicht.

Jeder Stau auf der A1 lässt die Anwohner zahlreicher Straßen in Delmenhorst genervt aufhorchen: Viele Fahrer auf der Autobahn suchen sich dann nämlich über die Abfahrten Groß Ippener und Groß Mackenstedt einen Umweg durchs Stadtgebiet — und das betrifft bei weitem nicht nur Anlieger der Hauptverkehrsstraßen wie Hasporter Damm oder Adelheider Straße. Auch Wohnstraßen wie die Kopernikusstraße im äußersten Stadtsüden sind von Schleichverkehr betroffen, wie sich jetzt aus einer SPD-Anfrage an die Verwaltung ergibt. Unterm Strich aber müssen die betroffenen Bürger wohl mit der Situation leben.

Dies Jahr wird noch geblitzt

Tempolimit und -kontrollen, Fahrbahnsanierung sowie der Bau eines Fuß- und Radweges sind von der Stadt in Abstimmung mit der Verkehrssicherheitskommission geprüft worden, heißt es in dem Antwortschreiben. Dieses Jahr wurde den Angaben zufolge in der Kopernikusstraße noch nicht „geblitzt“, da die beiden Messungen im Vorjahr „eine Verstoßquote von weniger als einem Prozent zeigten“. Aufgrund dieses niedrigen Wertes wurde von weiteren Messungen abgesehen, da „im Stadtgebiet erheblich auffälligere Bereiche bestehen“, wie das direkte Umfeld der Grundschule Adelheide. Dennoch soll es 2018 noch eine Messung im Bereich Kopernikusstraße geben. Die Beschilderung an der Straße sei zwar aktualisiert worden, der geforderte Zusatz „Anlieger frei“ werde jedoch abgelehnt, „da der Überwachungsaufwand seitens der Polizei nicht darstellbar ist“.

Kein Ausbau erforderlich

Die Kopernikusstraße stelle eine Nebenstraße mit untergeordneter Verkehrsfunktion dar. Die Befestigung und der bautechnische Oberbau seien dementsprechend ausgelegt. Eine Sanierung hält die Stadt für nicht erforderlich. Im Rahmen der normalen Verkehrssicherungspflicht „finden Unterhaltungsarbeiten zur Sicherstellung der Befahrbarkeit der Straße statt“.

Abkürzung Kopernikusstraße

Die jetzige, oftmalige Nutzung der Nebenstraße hängt nach Rathausangaben mit der Baustelle auf der Autobahn 1 zusammen. Bei Störungen führen die betroffenen Verkehrsteilnehmer bereits an der Anschlussstelle Groß Ippener Richtung Adelheide ab und es kommt vor der Ampel Adelheider Straße/Brendelweg fast täglich zu Rückstaus. Daher nähmen einige der Autofahrer die Abkürzung über die Kopernikusstraße. Mit einer Verbreiterung der Fahrbahn würde die Nutzung eher noch erleichtert und so das Verkehrsaufkommen noch verstärkt. Laut Unfallkommission handelt sich nicht um eine Unfallhäufungsstelle, sodass der Bereich unauffällig sei und keiner besonderen Beobachtung bedarf.

Nur wenige Busgäste

Die Stadtwerke halten zur Verbesserung des ÖPNV eine Fußwegverbindung von der Kopernikusstraße zur Bushaltestelle an der Adelheider Straße für wünschenswert. Allerdings gebe es nur sehr geringe Nutzerzahlen an der Haltestelle. Da es sich um eine Landesstraße handele, sei die Landesbehörde für den Bau eines Fußweges zuständig.


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