Infos in Delmenhorster Schule Tafeln klären über Methoden von Rechtspopulisten auf

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Kimberly Ripke ist eine von fünf Schülern von der Kerschensteiner Schule, die durch die Ausstellung „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung führt. Die Ausstellung zeigt die Gefahren auf, die von rechtsextremen Gedanken und Methoden ausgehen. Foto: Bettina Dogs-PrößlerKimberly Ripke ist eine von fünf Schülern von der Kerschensteiner Schule, die durch die Ausstellung „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung führt. Die Ausstellung zeigt die Gefahren auf, die von rechtsextremen Gedanken und Methoden ausgehen. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Delmenhorst. „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ heißt die Wanderausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die am Montagmorgen, 3. September, an der Kerschensteiner Schule eröffnet wurde. Sie ist noch bis zum 14. September zu sehen.

Welche Aktivitäten rechter Gruppen gibt es in Niedersachsen? Wo in Deutschland gab es überall Tote durch rechte Gewalt? Und was antwortet man auf fremdenfeindliche Stammtischparolen? Fragen, auf die die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung jetzt versucht, Antworten zu geben. An der Kerschensteiner Schule wurde sie am Montag offiziell eröffnet, wo sie noch bis zum 14. September in der Mensa zu sehen sein wird.

„Schule allein kann das nicht schaffen“

„Es ist die Aufgabe von Schulen, demokratische Umgangsformen zu vermitteln“, sagte Politik-Lehrerin Birgit Langner-Ahrens, die die Ausstellung an die Berufsschule geholt hatte, in ihrer Begrüßungsrede. „Aber die Schulen allein können das nicht schaffen.“ Vielmehr sei das Vermitteln demokratischer Werte die Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Selten gebe es Schüler mit geschlossenen rechtsextremen Ansichten, wenn, dann seien es eher Stammtischparolen, die skandiert würden. An die Politik gerichtet mahnte sie dennoch: „Die Spaltung zwischen Arm und Reich, Jung und Alt und Heimisch und Zugewandert müsse dringend aufgehalten werden.“

Politik machtlos ohne Gesellschaft

Dass die Ereignisse von Chemnitz keine Sache einer einzelnen Stadt sei, betonte Deniz Kurku, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion gegen Rechtsextremismus, der auch spontan in die Runde fragte: „Wer hat schon einmal Parolen wie ,Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg ´ oder ,Es gibt viel zu viele Ausländer‘ oder ,Scheiß Kanake‘ gehört?“. Nachdem sich zwei Drittel der Anwesenden gemeldet hatten, meinte der Landtagsabgeordnete aus Delmenhorst: „Gegen solche Aussagen müssen wir angehen und als Gesellschaft aufstehen und einschreiten.“ Denn ohne die Gesellschaft könne die Politik gar nichts machen.

Jürgen Schulenberg vom „Breiten Bündnis gegen Rechts“ kritisierte Vorgehen und Methoden der Rechtspopulisten und warnte: „Sie tun so, als ob sie für die schweigende Mehrheit sprechen würden und Demokraten wären. Dabei wenden sie sich gegen alles, was anders ist.“

Gehaltvoll und aufschlussreich

Durch die Ausstellung, die ausschließlich aus 13 Infotafeln besteht, werden in den kommenden zwei Wochen Schüler führen, die im Vorfeld zu sogenannten Ausstellungsguides ausgebildet wurden. Sie sollen die präsentierten Informationen in der Mensa anschaulicher machen, was jedoch die bewusste Auseinandersetzung mit den zum Teil sehr textlastigen Bannern voraussetzt. Für die große Pause sind die gleichermaßen gehaltvollen wie aufschlussreichen Fakten weniger geeignet.

Die Ausstellung ist öffentlich zugänglich und noch bis zum 14. September in der Zeit von 8 bis 16 Uhr in der Mensa an der Kerschensteiner Schule am Wiekhorner Heuweg 56-58 zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos. Führungen und weitere Termine über das Sekretariat unter 04221 8550.


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