Kausa-Servicestelle besucht Gärtnerei So arbeiten Landschaftsgärtner in Delmenhorst

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Heckenschneiden gehört auch zum Beruf, wie Jörg Schütte (links), Inhaber der Gärtnerei Schreck, den Besuchern erklärte. Foto: Vincent BußHeckenschneiden gehört auch zum Beruf, wie Jörg Schütte (links), Inhaber der Gärtnerei Schreck, den Besuchern erklärte. Foto: Vincent Buß

Delmenhorst. Was Landschaftsgärtner machen und wie Flüchtlinge in die Branche einsteigen können, zeigte die Gärtnerei Schreck am Freitag, 31. August. Die Kausa-Servicestelle Delmenhorst besuchte den Betrieb mit einer Gruppe Geflüchteter.

Als die Flüchtlinge in der Delmenhorster Gärtnerei ankommen, will Inhaber Jörg Schütte zunächst mit einem Vorurteil aufräumen: „Viele Menschen stellen sich die Ausbildung zum Landschaftsgärtner einfach vor, weil sie gerne pflanzen und Hecken schneiden.“ Doch die Realität sieht ihm zufolge anders aus. Azubis müssen fit in Mathematik sein, weil sie auf der Baustelle viel rechnen müssen. Und sogar Latein lernen sie für die Namen der Pflanzen.

So sieht der Alltag von Landschaftsgärtnern aus

So umfangreich wie die Ausbildungsinhalte ist laut Schütte auch die spätere Arbeit als Landschaftsgärtner. „Es geht meist damit los, dass uns ein Kunde anruft und wir uns bei ihm vor Ort umsehen“, berichtet der Geschäftsinhaber. Nachdem mit Google Maps ein Bild von der zukünftigen Baustelle gemacht wurde, geht die Planung im Büro los in Absprache mit dem Kunden. Dann geht es irgendwann raus: zum Pflastern, Mauern und Bepflanzen. Die Gärtnerei kümmert sich auch um Bewässerungsanlagen, baut die Beleuchtung ein und installiert teilweise sogar Radios in den Büschen.

Dass sich der Aufgabenbereich geändert hat, konnte die Gärtnerei Schreck direkt miterleben. Schüttes Großvater gründete den Betrieb vor fast 75 Jahren als Baumschule. Diesen Bereich will Schütte jedoch demnächst einstellen, damit er und die rund 20 Angestellten sich auf den Garten- und Landschaftsbau sowie das Gartencenter konzentrieren können.

Das müssen Bewerber mitbringen

Was angehende Landschaftsgärtner mitbringen müssen, kann der Betriebsinhaber kurz und knapp aufzählen: einen Realschulabschluss, möglichst wenige unentschuldigte Fehltage und am besten ein Praktikum im Landschaftsbau.

Praktika empfiehlt Schütte auch den Teilnehmern der Besichtigung. Sie sollten jedoch zunächst ihre Deutschkurse beenden. Die Geflüchteten sind altersmäßig eine bunte Gruppe. Einige haben Erfahrung in der Baubranche. Teilweise muss der Inhaber der Gärtnerei sie jedoch enttäuschen: „Quereinsteiger stellen wir nicht ein, wir brauchen Fachkräfte.“

Insbesondere für die, deren Deutschkenntnisse für die dreijährige Ausbildung zum Landschaftsgärtner nicht ausreichen, hat er jedoch eine Alternative: eine Ausbildung zum Werker im Landschaftsbau. Diese sei vereinfacht: „Mehr draußen arbeiten, weniger Theorie“, erklärt Schütte. Angeboten werde diese Lehre beispielsweise in Oldenburg und Bremen.


Die Kausa-Servicestelle Delmenhorst will Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund über berufliche Bildung informieren. Ziel ist es, sie in Ausbildungen zu vermitteln. Kausa ist Teil des Ausbildungsstrukturprogramms Jobstarter des Bundesinstituts für Berufsbildung. Träger in Delmenhorst ist die Volkshochschule.

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