Drei Jahre Mutter-Kind-Zentrum Geburtenzahl in Delmenhorst geht steil nach oben

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Delmenhorst. Das Mutter-Kind-Zentrum des JHD hat seinen dritten Geburtstag gefeiert. Seit der Zusammenlegung von Kinder- und Frauenklinik in Delmenhorst nimmt die Zahl der Geburten immer weiter zu.

Auch Teddys können sich verletzen oder krank werden. So war der Andrang am Sonntagnachmittag groß in der Teddyklinik, die für diesen Tag in den Räumen der Kinderklinik des Josef-Hospitals Delmenhorst (JHD) in Deichhorst eingerichtet wurde. Dieses Angebot war nur eines von vielen Unterhaltungsmöglichkeiten für die jungen Besucher beim Tag der offenen Tür im Mutter-Kind-Zentrum (MKZ).

Es konnte etwa nach Lust und Laune gebastelt werden und Zauberer Friedrich zog mit seiner Zaubershow die Kleinen magisch an. Am Stand der EWE Baskets ging es sportlich zu, Jung und Alt waren eingeladen, das eigene Wurfgeschick auf die Probe zu stellen. Einblicke in die Arbeit im MKZ boten Führungen durch den Kreißsaal und die Kinderklinik.

Vorreiter der Klinikfusion

Fast auf den Tag genau drei Jahre zuvor war zusammengefügt worden, was zusammengehört: Am 1. September 2015, als noch zwei getrennte Krankenhäuser in der Stadt existierten, zog die Geburtshilfe des St.-Josef-Stifts an die Wildeshauser Straße um, wo die Kinderklinik beheimatet ist. „Wir waren damit Vorreiter der Klinikfusion“, sagte Dr. Katharina Lüdemann, Chefärztin der Frauenklinik.

Zwar sei auch zuvor schon zusammengearbeitet worden. Dennoch habe die bis 2015 bestehende räumliche Trennung der beiden Bereiche immer wieder zu unbefriedigenden Situationen geführt: „Es ist schlimm, wenn die Mutter von ihrem neugeborenen Kind getrennt wird.“

Nur noch eine Treppe zwischen den Abteilungen

Dieses Dilemma ist seit der Gründung des Mutter-Kind-Zentrums am JHD-Standort Deichhorst aufgelöst: Trennten die beiden Abteilungen vorher 2,8 Kilometer, liegt jetzt nur noch eine Treppe dazwischen. Der Kreißsaal befindet sich eine Etage über der Kinderklinik, und noch mal eine Treppe höher ist die Wochenstation zu finden.

Die Zahl der Geburten habe sich seit der Zusammenlegung „steil nach oben“ entwickelt, berichtete Lüdemann. Wurden 2015 in der Frauenklinik noch rund 700 Geburten registriert, erblickten dort im Jahr 2017 bereits 893 Kinder das Licht der Welt. Und laut der Chefärztin steuere man im laufenden Jahr auf etwa 950 Geburten zu.

Auch für Komplikationen gerüstet

Dazu trage erheblich bei, dass das MKZ dank der nun gegebenen räumlichen Einheit nicht mehr nur auf Nichtrisikogeburten beschränkt ist, sondern auch für beinahe alle Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt zugelassen ist. Außerdem führe die Überlastung in den großen Geburtskliniken in der Umgebung regelmäßig dazu, dass Frauen von auswärts zum JHD geschickt werden. Positiv vermerkte Lüdemann auch, dass die vorhandenen 10,7 Hebammenstellen vollständig besetzt werden konnten.

Eine bedeutende Veränderung steht in Bälde an. Mithilfe einer Kooperation mit spezialisierten Ärzten soll die Behandlung von Herz-Rhythmus-Störungen im JHD angesiedelt werden. Nach Angaben von Chefarzt Dr. Matthias Viemann ist die Kinderklinik mit Beginn des kommenden Jahres einer von nur vier Standorten in Deutschland, an denen angeborene Herzfehler mit modernster Technik beseitigt werden können.


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