30. Museumsfest Zeitzeugen erinnern sich an alte Tage auf Delmenhorster Nordwolle

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Erinnert sich an alte Zeiten: Berhold Bellersen (li.) lässt beim Rundgang mit Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk die Arbeit in der Nordwolle-Fabrik wieder lebendig werden. Foto: Bettina Dogs-PrößlerErinnert sich an alte Zeiten: Berhold Bellersen (li.) lässt beim Rundgang mit Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk die Arbeit in der Nordwolle-Fabrik wieder lebendig werden. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Delmenhorst Das Fest des Förderkreises des Industriemuseums ließ alte Zeiten lebendig werden. Mit Spannung wird auch auf den 21. September geblickt. Dann wird das Fabrikmuseum zum „Frauenort“.

Helmut Nistler hat ein Buch mitgebracht. „Delmenhorst. Menschen auf der Nordwolle“ – den Band hat er doppelt, also hat er den einen genommen und handschriftlich die Namen unter den abgedruckten Schwarz-Weiß-Fotografien eingefügt, an die er sich noch erinnern kann. „Von unschätzbarem Wert für uns“, freute sich Dr. Carsten Jöhnk, Leiter des Nordwolle-Museums, am Samstagnachmittag. Denn genau solche persönlichen Fakten sind es, die für die Einrichtung so bedeutsam sind.

Treffen an alter Wirkungsstätte

Zum 30. Mal hatte der Förderkreis Industriemuseum Delmenhorst im Rahmen des 30. Museumsfestes ehemalige Wolleaner eingeladen, um an alter Wirkungsstätte in ganz anderer Weise zusammenzukommen: Wo bis vor fast vierzig Jahren Maschinen laut brummten und Kondenswasser von der Decke tropfte, saßen am Samstag 25 Männer und Frauen zusammen, um bei Kaffee und Kuchen über alte Zeiten zu sprechen. Alte Zeiten auf der Nordwolle.

Der 21. September ist fest im Blick

Während die Teilnehmer beim Anblick des alten Arbeitsumfelds ins Schwelgen gerieten, rückte an diesem Nachmittag besonders eine Frau in den Fokus: Ruth Müller, ehemalige Wolleanerin, die sich zu Nordwolle-Zeiten mit aller Kraft für bessere Arbeitsbedingungen von Frauen einsetzte und das Gesicht des „Frauenorts“ Delmenhorst sein wird, der am 21. September eröffnet wird.

Frauen auf der Nordwolle sollen ein Gesicht erhalten

Mithilfe von ehemaligen Arbeitern wie die 2008 verstorbene Ruth Müller soll die Geschichte der Nordwolle künftig ein Gesicht bekommen. So will das Team um Museumsleiter Jöhnk verstärkt Führungen geleitet von Zeitzeugen anbieten, um die nicht nur für Delmenhorst so bedeutsame Geschichte lebendig werden lassen. Durch die Eröffnung des „Frauenorts“ soll darüber hinaus anhand des Engagements von Ruth Müller die besondere Situation von Frauen auf der Nordwolle in den Blickpunkt geraten. „Frauen wurden in der Geschichtsforschung bislang nicht wirklich gesehen“, schilderte Herta Hoffmann vom Förderkreis. Mit der posthumen Hilfe von Ruth Müller soll sich das jetzt ändern.


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