Messe für Schüler Tag der Ausbildung feiert Premiere in Realschule Delmenhorst

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Über eine Ausbildung zum Zimmermann informierte sich der 14-jährige Mehdi Jaber (links) bei Sergiu Plesa von Schultze Holzbau. Foto: Vincent BußÜber eine Ausbildung zum Zimmermann informierte sich der 14-jährige Mehdi Jaber (links) bei Sergiu Plesa von Schultze Holzbau. Foto: Vincent Buß

Delmenhorst. Um mehr Realschüler für Ausbildungen zu begeistern, lockte die Realschule Delmenhorst am Freitag, 31. August, Betriebe aus der Region an die Lilienstraße. Viele Betriebe suchen nämlich händeringend nach Azubis.

„Aus meiner Sicht gehen zu viele Realschulabsolventen weiter zur Schule“, sagte Schulleiter Andreas Bohlen. Für die meisten sei das nämlich der bequemste Weg. Im Handwerk macht sich das laut Jörg Kruse besonders bemerkbar. „Die Bewerberzahlen für Ausbildungen gehen dramatisch zurück“, berichtete der stellvertretende Kreishandwerksmeister. Er vermutete, dass die körperliche Arbeit und die Bezahlung einige Absolventen abschrecken. „Wir kommen aber schon noch auf unsere Bewerberzahlen“, betonte Kruse. Unter Männern sei der Kfz-Bereich sehr gefragt, Frauen wollten oft Frisörinnen werden.

Diese Probleme haben Betriebe mit vielen Bewerbern

Es gibt laut Kruse jedoch noch ein Problem: „Die, die sich bewerben, haben oft Defizite.“ Es mangele an Grundkenntnissen der Naturwissenschaften sowie an Teamfähigkeit, Disziplin und Zuverlässigkeit. „Das wird wohl oft nicht mehr im Elternhaus vorgelebt“, glaubt Kruse.

Er will Schüler für handwerkliche Ausbildungen begeistern: Ihnen werde Abwechslung geboten, sie kämen oft raus und die Weiterbildungsmöglichkeiten seien sehr gut. Ausgelernte könnten sich spezialisieren und ihren Meister oder Techniker machen. „Studieren kann man auch nach der Ausbildung“, betonte Kruse. Eine abgeschlossene Ausbildung biete angehenden Studenten berufliche Sicherheit.

So hat sich die Situation für Bewerber verändert

Nicht nur das Handwerk, auch andere Arbeitgeber wie etwa der Zoll waren vertreten. Foto: Vincent Buß

Die Situation für Firmen hat sich dem stellvertretenden Kreishandwerksmeister zufolge geändert. „Heute müssen die Betriebe auf die Bewerber zugehen“, erklärte Kruse. „Deswegen sind wir hier.“ Mit dem Tag der Ausbildung wollte die Realschule laut Bohlen eine eigene, lokale Veranstaltung schaffen. Ansonsten besuchen die Schüler nämlich auswärtige Messen.


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