Zahlen des Arbeitsmarkts Arbeitslosigkeit in Delmenhorst sinkt nach Sommer

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Der Arbeitsmarkt in Delmenhorst erholt sich nach den Sommerferien. Es werden noch viele Auszubildende gesucht. Foto: Michael GründelDer Arbeitsmarkt in Delmenhorst erholt sich nach den Sommerferien. Es werden noch viele Auszubildende gesucht. Foto: Michael Gründel

Delmenhorst. Der Arbeitsmarkt in Delmenhorst zieht nach der Sommerpause wieder an. Auf dem Ausbildungsmarkt warten noch Stellen in 30 verschiedenen Berufen auf Bewerber.

Die Arbeitslosigkeit in Delmenhorst ist weiter rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel die Arbeitslosenquote von 10,1 auf 9,2 Prozent. Auch im Vergleich zum Juli sind die Zahlen leicht rückläufig. Die Arbeitslosigkeit hat sich um 79 Personen auf 3628 Männer und Frauen verringert. „Die Ferien sind zu Ende und es kommt wieder Schwung in den Arbeitsmarkt“, sagte Agentur-Chefin Karin Kayser bei der Vorstellung der Zahlen am Donnerstag. „Wir können dynamisch in den Herbst starten.“

Viele in Weiterbildung

Zusätzlich zu Arbeitslosen gibt es Personen die sich in Unterbeschäftigung, also zum Beispiel in Fortbildungen, Ein-Euro-Jobs oder Integrationskursen befinden. Im August betraf dies 5547 Frauen und Männer. Das sind 35 Personen weniger als im Vormonat.

Ältere haben profitiert

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich, allerdings waren bei allen Rückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Die Spanne der Veränderungen reicht im August von minus 11 Prozent bei Männern bis zu sechs Prozent weniger bei 50-Jährigen und Älteren. Der Anteil der Ausländer an Arbeitslosen beträgt in Delmenhorst derzeit 33,4 Prozent.

Förderung von Geflüchteten mit Pilotprojekt

Im August waren 416 Geflüchtete in Delmenhorst beim Jobcenter oder der Arbeitsagentur als arbeitslos gemeldet. Das sind 11,5 Prozent aller Arbeitslosen. Weitere 640 wurden als arbeitssuchend geführt, sie befanden sich in Integrationskursen oder weiteren Maßnahmen. Eine Neuere ist Anfang August angelaufen. Mit dem sogenannten „Kümmerer“-Pilotprojekt sollen laut Karin Kayser Geflüchtete und Migranten gezielt und intensiv gefördert werden. Über vier Monate hinweg soll an ihren Kernkompetenzen und Deutschkenntnissen gearbeitet werden. „Das ist eine ganz interessante Kiste, ein Rundum-sorglos-Paket. Wir hoffen auf einen großen Erfolg damit.“

Arbeitslosigkeit sinkt

Im August meldeten sich 851 Personen neu oder erneut arbeitslos, 39 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 951 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Im Arbeitsmarkt ist stets viel Bewegung: Im August meldeten sich 224 zuvor erwerbstätige Personen arbeitslos, gleichzeitig beendeten 246 ihre Arbeitslosigkeit.

Fachkräftemangel steigt

Im August waren 757 offene Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Juli ist das ein Plus von vier Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 47 offene Stellen weniger. Ein Großteil der Stellen (689) sind sofort zu besetzen. „Durch die gute Konjunktur wird der Bedarf größer und es wird schwieriger, Stellen zu besetzen“, betont Kayser. Die meisten ausgeschriebenen Stellen gibt es in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung ((40,2 Prozent), gefolgt von Gesundheit, Lehre und Erziehung (18,9 Prozent) sowie Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (16,5 Prozent). Aus letzterer Rubrik stammen auch die meisten Arbeitssuchenden: 37 Prozent, also 1341 Menschen. Auch im Baugewerbe gibt es noch 80 offene Stellen (10,6 Prozent). „Leider ist die Passgenauigkeit nicht immer gegeben“, bedauert Teamleiterin Regina Krumpe. Sprich: Nicht immer passt die Stelle zum Arbeitssuchenden. Und in vielen Branchen sei ein direkter Quereinstieg ohne Schulung schwierig. „Speditionen suchen gerade händeringend Fahrer“, gab sie ein Beispiel.

Erzieher und Pfleger händeringend gesucht

In der Auflistung der Arbeitslosen je gemeldeter Arbeitsstelle zeigt sich, in welchen Bereichen händeringend gesucht wird: Im Gesundheits- und Erziehungswesen kommen gerade mal zwei Bewerber auf eine Stelle, in der Land-, Forst und Tierwirtschaft sowie im Gartenbau am anderen Ende knapp 28 Arbeitssuchende pro Stelle. Der Nachwuchsmangel zeigt sich auch in den Zahlen der Arbeitsagentur. 8,2 Prozent weniger Bewerber auf eine etwa gleichbleibende Zahl an Ausbildungsstellen in Delmenhorst verzeichnete die Behörde. Ende August waren noch 163 Bewerber unversorgt und 57 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. „Von 56 Ausbildungsberufen in Delmenhorst gibt es noch in 30 offene Stellen“, betonte Regina Krumpe. Dabei sind zahlreiche Berufe im Handwerk, aber auch in der Landwirtschaft, in der Gastronomie oder im Handel werden Bewerber gesucht.

Berufsberatung darf genutzt werden

Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz oder noch Orientierung bei der Suche nach dem richtigen Beruf brauchen, bekommen bei der Berufsberatung Unterstützung. Unter (0800) 455 55 00 können Gesprächstermine vereinbart werden.


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