25 Millionen Euro Delmenhorster GSG legt Großinvestition für Innensanierung auf

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Die GSG plant für die nächsten zehn Jahre eine Großinvestition im Bereich der Innensanierung. Dies schränkt Neuprojekte wie hier an der Königsberger Straße 83 ein. Foto: Melanie Hohmann. Foto: Melanie HohmannDie GSG plant für die nächsten zehn Jahre eine Großinvestition im Bereich der Innensanierung. Dies schränkt Neuprojekte wie hier an der Königsberger Straße 83 ein. Foto: Melanie Hohmann. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. 25 Millionen Euro sollen in den nächsten zehn Jahren in den Bestand der GSG fließen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft will im großen Stil Leitungen von in die Jahre gekommenen Gebäuden erneuern. Allerdings könnte das Geld an anderer Stelle fehlen.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GSG steht vor einer Mammutinvestition in Delmenhorst: 25 Millionen Euro will die GSG in den nächsten zehn Jahren in ihren Wohnungsbestand stecken. Wie Geschäftsführer Stefan Ludwig im Gespräch mit dem dk mitteilt, handelt es sich im sogenannte Strangsanierungen: Wasser- und Abwasserleitungen, der Brandschutz, Bäder und Kaltwasserzähler sollen seinen Angaben zufolge erneuert werden.

1000 Wohnungen sollen „innen“ saniert werden

Ludwig: „Die betreffenden Wohnungen wurden in den 60er Jahren erbaut. Sie sind in die Jahre gekommen. Die Arbeiten sind darum auch nötig.“ Insgesamt betreffen die Sanierungsarbeiten 1000 Wohnungen, 100 von ihnen sollen jährlich erneuert werden. Sanierungsstart war laut Ludwig bereits im Januar. Der Gesamtbestand der GSG in Delmenhorst und Stuhr beläuft sich derzeit auf 2206 Wohnungen.

(Weiterlesen: Zahl der Sozialwohnungen in Delmenhorst ist drastisch geschrumpft)

GSG steht vor „gewaltiger Herausforderung“

Kredite und laufende Einnahmen der Wohnungsbaugesellschaft sollen Ludwig zufolge die Arbeiten finanzieren. Die GSG reagiert mit der Großinvestition nicht nur auf den in die Jahre gekommenen Wohnungsbestand: „Die Bäder werden nach dem Umbau barrierefrei sein. Geschuldet ist das der allgemeinen Alterung der Bevölkerung“, sagt der Geschäftsführer. Eine „gewaltige Herausforderung“ werde darin bestehen, quasi im Zustand der annähernden Vollvermietung zu sanieren: „Die Leerstandsquote lag 2017 bei 1,6 Prozent. Niedriger geht es nicht“, sagt Ludwig. Waschcontainer oder mobile WCs seien darum bei betroffenen Häusern nötig, wenn während der Arbeiten das Wasser abgestellt werde. Mit dem 25-Millionen-Projekt setzt die GSG quasi das fort, was sie die vergangenen zehn Jahre umgesetzt hat: Für den gleichen Betrag sind im großen Stil bereits Außensanierungen an Dächern oder Dämmungen angegangen worden. „Diese Arbeiten sind gerade abgeschlossen worden, sagt Ludwig.

(Weiterlesen: Erste GSG-Wohnungen an der Lerchenstraße bezogen)

Das Geld fehlt an anderer Stelle

Eine Schattenseite hat das aktuelle Mammutprojekt allerdings: Denn durch die Investitionen fehlen Mittel an anderer Stelle. „Wir würden gerne mehr Neubauten errichten, wie es etwa gerade an der Königsberger Straße 83 geschieht“, sagt Ludwig. Allerdings: Die Strangsanierungen, der Bau der neuen Kindertagesstätte an der Otto-Jenzok-Straße als auch der Ratsbeschluss aus dem Januar, der das Unternehmen anwies, eine halbe Million Euro an die Stadt als Gesellschafterin im Zuge der Krankenhaus-Konsolidierung abzuführen, schränken die Möglichkeiten der GSG ein, erklärt Ludwig. Doch auch ohne diese Faktoren kämen Neubauten nur zäh voran: Für Mehrfamilienhäuser werden in Delmenhorst kaum Flächen ausgewiesen, sagt der GSG-Chef. Und Förderleistungen für sozialen Wohnungsbau durch Land und Bund seien schlicht unattraktiv. Und als Drittes betont Ludwig, bedarfsgerecht neu bauen zu wollen.


Über die Mieterschaft der GSG

Nach Angaben von GSG-Geschäftsführer Stefan Ludwig haben deutlich mehr die Hälfte aller Mieter der Wohnungsbaugesellschaft einen B-Schein, sind also Geringverdiener. Rund drei Viertel aller Mieter werden die Unterkunftskosten teilweise oder vollständig gezahlt, beispielsweise über Werkzeuge wie „Kosten der Unterkunft“ des Jobcenters. Die Durchschnittsmiete beträgt laut Ludwig 5,18 Euro pro Quadratmeter. 620 Wohnungen der GSG sind Sozialwohnungen, die bei der Miete gedeckelt sind.

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