Mehr Eltern mit Problemen Zahl der Pflegekinder in Delmenhorst um 40 Prozent gestiegen

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

In Delmenhorst ist die Zahl der Pflegekinder in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Symbolfoto: Boris Roessler/dpaIn Delmenhorst ist die Zahl der Pflegekinder in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Symbolfoto: Boris Roessler/dpa

Delmenhorst. In Delmenhorst nimmt die Zahl der Pflegekinder seit einigen Jahren stetig zu. Hintergrund ist, dass Eltern immer mehr eigene Probleme haben, die von der Erziehung ihrer Kinder ablenken.

Laut einer Vorlage für den nächsten Jugendhilfeausschuss am 4. September (17 Uhr, Rathaus, Großer Sitzungssaal) ist die Zahl der Jungen und Mädchen in einer Pflegefamilie zwischen 2013 und und 2017 um fast 40 Prozent gestiegen (von 99 auf 138). Blickt man auf sämtliche Kinder, die im gleichen Zeitraum außerhalb ihrer Familien lebten und betreut wurden – beispielsweise in einer Wohngruppe der Delmenhorster Jugendhilfestiftung – ergibt sich ein Anstieg von fast 20 Prozent (von 334 auf 398). Der Anteil der Kinder in den aktuell insgesamt 55 Pflegefamilien in Delmenhorst hat also zugenommen.

Stadt verzeichnet Kostenanstieg

Laut Olaf Meyer-Helfers, Fachdienstleiter für den Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt, zeichnet sich ein allgemeiner, bundesweiter Trend in diesen Zahlen ab. Aber auch unbegleitete Minderjährige, die zwischen 2014 und 2016 im Zuge der Zuwanderung ins Land kamen, fänden sich in den Zahlen wieder. Der allgemeine Anstieg zieht auch eine Erhöhung bei den Kosten mit sich: Der Zuschussbedarf stieg zwischen 2013 und 2017 von etwa 950.000 auf rund 1,2 Millionen Euro.

Eltern sich einer „erzieherischen Ohnmacht“ ausgesetzt

„Generell stellen wir fest, dass betroffene Eltern oftmals eingeschränkt fähig sind, ihre Kinder zu erziehen“, sagt Meyer-Helfers. Die Ursachen könnten vielfältig sein. Der Fachdienstleiter nennt Schulden oder psycho-emotionale Probleme als Beispiele, die dazu beitragen können, dass sich Eltern einer „erzieherischen Ohnmacht“ ausgesetzt sehen und so ihr Kind aus dem Fokus verlieren – „das gilt umso mehr, wenn das Kind ein auffälliges Verhalten zeigt“, so Meyer-Helfers.

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses wird unter anderem die Arbeit des Pflegekinderdienstes vorgestellt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN