Heimischer Chor gibt Benefizkonzert Teutonia kleidet Anekdoten über Delmenhorst in Musik

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Bereiten sich auf die „Zeitreise durch eine lebendige Stadt“ mit dem Chor Teutonia vor: (v. l.): die kommissarische Vorsitzende Sabine Heruth, Chorleiterin Stefanie Golisch sowie Uwe Wiest und Herta Hoffmann. Foto: Dirk HammBereiten sich auf die „Zeitreise durch eine lebendige Stadt“ mit dem Chor Teutonia vor: (v. l.): die kommissarische Vorsitzende Sabine Heruth, Chorleiterin Stefanie Golisch sowie Uwe Wiest und Herta Hoffmann. Foto: Dirk Hamm

Delmenhorst. Zu einer musikalischen Zeitreise lädt der Delmenhorster Gesangverein Teutonia von 1863 am Donnerstag, 20. September, ins Kleine Haus ein. Die Stücke werden mit Geschichten und Anekdoten aus der Stadtgeschichte verwoben.

Manchmal bedarf es des Blicks von außen, um die hellen Seiten einer oft in dunklen Tönen dargestellten Stadt zu entdecken. Die Bremer Mezzosopranistin Stefanie Golisch leitet seit zwei Jahren den Delmenhorster Chor Teutonia. „In Bremen ist gar nicht bekannt, wie schön es in Delmenhorst ist“, sagt die viel beschäftigte Sängerin. Zusammen mit Chormitglied und Historikerin Herta Hoffmann hat sie eine musikalische Hommage an die Stadt und ihre Geschichte zusammengestellt. So entstanden die „Delmenhorster Geschichten und Persönlichkeiten. Eine Zeitreise durch eine lebendige Stadt“.

Spenden fließen Hospizverein zu

Das Programm, das Geschichten und Anekdoten über Delmenhorst mit Musik aus vielen Genres verbindet, ist am Donnerstag, 20. September, ab 19 Uhr im Theater Kleines Haus zu erleben. Es handelt sich um ein Benefizkonzert, die Einnahmen sind dem Hospizverein Delmenhorst zugedacht. Der Eintritt ist frei, die „Teutonen“ setzen aber auf die großherzige Spendenbereitschaft der Konzertbesucher.

Intensive Proben im Kloster

Zum ersten Mal, seit Stefanie Golisch die Leitung des rund 100 Männer und Frauen umfassenden Chores übernommen hat, bereiten sich die Mitwirkenden auf einen Auftritt im Kleinen Haus vor. „Wir wollen das Haus voll bekommen“, hat sich die Chorleiterin und Solosängerin zum Ziel gesetzt. Entsprechend akribisch verläuft die Vorbereitung, sogar in Klausur hat sich das Ensemble begeben: Drei Tage lang sei „Tag und Nacht“ im Kloster Damme geprobt worden, berichtet Golisch.

Geschichten zwischen den Stücken erzählt

Die Bremerin selbst ist in die Geschichte der Nachbarstadt eingetaucht, hat dazu während ihres Urlaubs mehrere Bücher gewälzt. In der mit kleinen Geschichten, etwa über Persönlichkeiten von Graf Gerd dem Mutigen bis Arthur Fitger, gespickten Moderation wird sie von Herta Hoffmann unterstützt, die über das Oldenburg-Delmenhorster Grafenhaus forscht. Der Chor wird am Klavier von Jan-Hendrik Ehlers begleitet.

Von Schütz bis Element of Crime

Verwoben sind die Zwischentexte mit laut Golisch „wunderschöner, abwechslungsreicher Musik von Schütz bis zu Element of Crime“. Plattdeutsche Lieder sind ebenso dabei wie Reminiszenzen an die Comedian Harmonists. Und der mit einem neuen Text von Kurt Hertha positiv umgedeutete Gefangenenchor aus Verdis Oper „Nabucco“ sei den vielen Menschen gewidmet, die vor mehr als 100 Jahren als Arbeitsmigranten nach Delmenhorst kamen, erläutert Hoffmann.

Sogar ein kleiner Sängerkrieg, der sich tatsächlich einst zwischen evangelischen und katholischen Bahnreisenden abgespielt hat, wird inszeniert: Während der Chor „Herr Pastor sien Koh“ singt, setzt ein Teil der Männer „Die Wacht am Rhein“ dagegen.


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