Alte Schutthalde Ursache Müllkippe sorgt für teures Bauland in Delmenhorst

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Unter diesem Biotop nahe der Schafttrift in Delmenhorst-Stickgras wurde eine alte Müllhalde entdeckt. Sie muss nun ausgebaggert werden, bevor hier Eigenheime und Straßen gebaut werden können. Foto: Bürgerinitiative Menkens MoorUnter diesem Biotop nahe der Schafttrift in Delmenhorst-Stickgras wurde eine alte Müllhalde entdeckt. Sie muss nun ausgebaggert werden, bevor hier Eigenheime und Straßen gebaut werden können. Foto: Bürgerinitiative Menkens Moor

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst braucht für die Erschließung des Neubaugebiets Langenwisch einen finanziellen Nachschlag von 390.000 Euro. Darüber muss nun die Ratspolitik am 29. August 2018 entscheiden.

Eine alte Müllkippe im Stadtteil Stickgras kommt die Stadt teuer zu stehen: 390.000 Euro sollen die Ratsparteien im Finanzausschuss sogar zusätzlich als Haushaltsüberschreitung bewilligen, damit noch in diesem Jahr mit dem Straßenbau im künftigen Neubaugebiet Langenwisch zwischen Tannenbergstraße und Schafttrift angefangen werden kann. Dazu müssen die Abfälle aus dem Untergrund geholt werden.

Eigenheime und Mehrparteienhäuser

In dem Baugebiet sollen auf städtischem Grund Eigenheime, aber auch Mehrparteienhäuser entlang der Langenwischstraße entstehen. Unter einem Biotop schlummert besagte Müllhalde aus früheren Jahrzehnten. Der Umfang der erforderlichen Bodensanierung, so berichtet das Rathaus dem Ausschuss am Mittwoch, 29. August 2018 (ab 17 Uhr öffentlich im Rathaus), „ist erst mit Rodung des darüber stehenden Bewuchses, der Erkundung und anschließenden ersten qualifizierten Aussagen bekannt geworden“.

Verzögerung droht

Damit Ausschreibung und Baubeginn bereits in diesem Jahr erfolgen können, sei die „überplanmäßige Verpflichtungsermächtigung“ von 390.000 Euro notwendig. Ohne diese Verpflichtungsermächtigung würde sich die Fertigstellung der Erschließung um mehr als ein halbes Jahr verzögern. Die Deckung des Geldes erfolge aus den Mitteln für den Neubau der Moltkestraße und für den Durchlass an der Moltkestraße. Diese beiden Baumaßnahmen seien aufgrund von Verschiebungen anderer Projekte erst für die Haushaltsjahre 2020/2021 vorgesehen. Bislang waren im städtischen Etat rund 420.000 Euro für den Erstausbau eingeplant.

Nabu-Beschwerde

Einen Aufschub des Baustarts hatte es bereits durch eine Fachaufsichtsbeschwerde des Naturschutzbundes beim Umweltministerium gegeben. Hintergrund war die von der Stadt veranlasste Zerstörung des Biotops. Das Bauplanverfahren konnte dennoch abgeschlossen werden.


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