Personalnot im Rathaus Delmenhorst sitzt auf 250 Bauanträgen

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Das Delmenhorster Rathaus klagt über Personalmangel. Foto: Mareike BaderDas Delmenhorster Rathaus klagt über Personalmangel. Foto: Mareike Bader

Delmenhorst. Rund 250 Bauanträge sind derzeit in Delmenhorst offen – schlecht für die Antragsteller, schlecht für die heimische Wirtschaft. Die Stadtverwaltung leidet unter einer offensichtlich für den Arbeitsanfall zu dünnen Personaldecke.

Bau- und Verkehrsbehörde haben im Planungsausschuss des Rates ein düsteres Bild bei zentralen Bürgerangelegenheiten in Bau- und Verkehrsfragen gezeichnet: Aufgrund eines eklatanten Personalmangels und eines steigenden Arbeitsaufkommens könnten zahlreiche Anträge und Projekte derzeit nicht abgearbeitet werden. Stadtbaurätin Bianca Urban bekräftigte vor den Ratsparteien: „Verzögerungen sind nicht vermeidbar, wir haben ein enges Personalkorsett!“

Krankheitsausfälle

Der ursprüngliche Hilferuf kam von Hendrik Abramowski, Fachdienstchef Verkehr. Er berichtete dem Ausschuss von längerfristigen Krankheitsausfällen in seiner Abteilung. Es sei eine „Arbeitsverdichtung dahingehend zu verzeichnen, dass die federführende Bearbeitung des Elektromobilitätskonzeptes personalneutral dem Fachdienst Verkehr übertragen wurde und dies nun von ihm persönlich mangels Delegationsmöglichkeit begleitet werden muss“. Auch bei den – vom Rat beschlossenen – „Fahrradrouten“ handele es sich um eine zusätzliche Aufgabe.

Personaldecke dünn

Ferner sei auf die angespannte Personalsituation im Fachdienst Verkehr hinzuweisen. Die laut Abramowski „ohnehin dünne Personaldecke“ ist durch längerfristige Krankheitsausfälle, von der vor allem das Sachgebiet Verkehrstechnik/-planung betroffen ist, zusätzlich geschwächt. Abramowski: „Aufgrund personeller Engpässe im Fachdienst Verkehr werden sich folgende Projekte weiter verzögern:

Es seien nur „Erhaltungsmaßnahmen im Bestand“ leistbar.

Bauanträge nehmen stark zu

Betroffen ist auch die städtische Bauordnung: In diesem Fachdienst sind 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Aufgrund von Teilzeitbeschäftigungen beträgt das sogenannte Vollzeitäquivalent dort nach Stadtangaben aktuell nur knapp über 15 Stellen. Zwischen 2013 und 2016 schwankte die Zahl der offenen Bauantragsverfahren zwischen 100 und 150. Seitdem steige der Wert kontinuierlich an. Derzeit seien „rund 250 Anträge offen“. Die Tendenz sei weiter steigend. Die Ursache liege in einem „ungewöhnlich hohen Antragsaufkommen begründet“. Daneben wird der Fachdienst Bauordnung den Angaben zufolge „durch die Bearbeitung von komplexen und personalaufwändigen Themen beansprucht“.


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