Mitsing-Konzert in Delmenhorst Beseelter Chor feiert Beatles-Songs

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Karola Schmelz-Höpfner und ihr Ehemann Christian Höpfner trafen auf ein Publikum, dass zum Mitsingen nicht erst animiert werden musste. Foto: Manuel TitzeKarola Schmelz-Höpfner und ihr Ehemann Christian Höpfner trafen auf ein Publikum, dass zum Mitsingen nicht erst animiert werden musste. Foto: Manuel Titze

Delmenhorst. 34 Songs der Fab Four in knapp zwei Stunden: Das Beatles-Mitsing-Konzert in der Stadtkirche hat eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen.

Was kann man über einen Kirchenbesuch mehr sagen, als dass man am Ende beseelt in den noch immer lauen Sommerabend tritt? Was kann man über ein Konzert mehr sagen, als dass man am Ende in geänderter Stimmung geht, beschwingter und leichter irgendwie. In der Stadtkirche ist genau das am Mittwochabend gelungen. Rund 300 Besucher waren bei freiem Eintritt zum Beatles-Mitsing-Konzert gekommen, das Popkantorin Karola Schmelz-Höpfner und ihr Ehemann Christian Höpfner auf die Beine gestellt hatten. Wobei das Wort Besucher nicht ganz zutrifft, denn der Großteil verwandelte sich ja wunschgemäß schnell in Akteure und bildete – ausgestattet mit einem dicken Textheft – einen großen Chor.

Wie sich Paul McCartney fühlt

Denn was macht man mit Beatles-Songs? Mitsummen vielleicht. Oder man tanzt zu ihnen. Oder man singt sie mit. Oder – noch besser – man singt sie mit vielen Menschen gemeinsam.

„Jetzt weiß ich, wie sich Paul McCartney auf der Bühne fühlen muss“, sagte Pianistin Karola Schmelz-Höpfner nach „I Feel Fine“, in dem der „Chor“ wieder einmal lautstark mitsang und den Gesangspart zurückspiegelte. Stadtkirchen-Pfarrer Thomas Meyer hatte in seiner Begrüßung schon den Ton vorgegeben, als er im Kirchenschiff ein lautes „Hallo, Beatles-Fans“ schmetterte, ganz so, als sei man im Cavern oder Star Club.

50 Jahre „Weißes Album“

Anlass des Konzertes war das 50. Jubiläum des „Weißen Albums“, das im November ansteht. Aber braucht es wirklich einen Anlass, um Beatles-Songs zu singen? 34 Songs der Fab Four aus Liverpool haben die Höpfners ausgewählt. Angesichts des Repertoires hätten sie auch gut und gerne 34 andere Songs des Quartetts auswählen können. Doch die Mischung passte. „Yesterday“, „Eight Days A Week“, „A Day in The Life“, „Something“, Let It Be“, „Help!“, „Penny Lane“, „Yellow Submarine“ – es folgte Hit auf Hit. Und der „Chor“ stieg ein, fand mehr und mehr Sicherheit. Selbst Männer, denen oft der Mut zum öffentlichen Singen fehlt, stimmten am Ende mit ein.

Konzert schafft Gemeinschaft

Angeleitet von den Höpfners, exzellente und empathische Musiker, die an wechselnden Instrumenten und stimmlich überzeugten – und die Songs von John, Paul, George und Ringo für sich sprechen ließen. Christian Höpfner, diplomierter Schlagzeuger, war dabei für die liebevollen Details zuständig, etwa wenn er Zwischenrufe, die es in Beatles-Songs geschafft hatten, punktgenau in Erinnerung rief. Und wie er mit dem Kazoo ganze Orchesterparts einflocht, hob die Stimmung. Und die war mal ausgelassen, mitunter auch mal getragen-melancholisch, aber sie zauberte allen, die gekommen waren, darunter auch erstaunlich viele jüngere Besucher, ein Lächeln ins Gesicht. „All you need is love“, singen die Beatles. Liebe ist die Botschaft. Ein Mitsing-Konzert schafft Gemeinschaft. Die Songs der Beatles sind unsterblich. Auch deshalb schreit der Abend in der Stadtkirche – Yeah! – nach einer Wiederholung.


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