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Chemikalie vor Abtransport Explosiver Stoff in Delmenhorster Schule: Kampfmittelräumdienst rückt an

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Nach 15 Minuten war der Einsatz beendet: Der Kampfmittelräumdienst barg die gefährliche Pikrinsäure. Foto: Günther RichterNach 15 Minuten war der Einsatz beendet: Der Kampfmittelräumdienst barg die gefährliche Pikrinsäure. Foto: Günther Richter

Delmenhorst. Das Willms-Gymnasium in Delmenhorst ist heute bis auf weiteres geschlossen. Eine beim Transport gefährliche Chemikalie wurde gefunden. Der Kampfmittelräumdienst räumte sie am späten Nachmittag.

Das Willms-Gymnasium ist zu. Der Kampfmittelräumdienst transportierte eine möglicherweise explosive Chemikalie aus der Schule.

Explosiv wenn eingetrocknet

Schulleiter Stefan Nolting ist am Morgen zusammen mit den Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr vor der Schule. Ursache der Aufregung: Bei der Durchsicht der Chemikalien in der Schule wurde Pikrinsäure gefunden. Sie war 30 Jahre alt und mittlerweile zu Kristall eingetrocknet. Das ist das Problem: „Die Säure ist in diesem Zustand explosiv, wenn sie nicht adäquat transportiert und entsorgt wird“, erklärt Schulleiter Nolting, „deshalb haben wir uns entschieden, die Polizei zu benachrichtigen.“ Dass die Säure so lange liegt und dann eintrocknet, „sollte so nicht sein“, sagt er. „Nun ist es aber passiert. Und wir werden jetzt mit Umsicht handeln.“ Bisher sei die Chemikalie sicher gelagert gewesen. Der Transport ist der Knackpunkt, der Sorge macht. Am Vormittag ist der Kampfmittelräumdienst noch nicht da. Es wird weiter gewartet. Die Außenstelle des Willms mit den fünften Klassen ist derweil weiter offen.

Kleines Fläschchen war zu einem Drittel voll

Am späten Nachmittag schließlich kommt die Erlösung: Der Kampfmittelräumdienst fährt an. In einer Kiste wird die Altchemikalie heraustransportiert. Es handelt sich um ein 100-Milliliter-Fläschchen, das zu einem Drittel mit der Chemikalie gefüllt war, so eine Mitteilung der Polizei am Abend. Nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ging von dem explosionsgefährdeten Stoff in der Schule keine Gefahr aus. „So konnte das Fläschchen im abgeschlossenen und alarmgesicherten Chemielabor bis zum heutigen Tag verwahrt werden“, heißt es vonseiten der Polizei. Das Fläschchen wurde durch eine private Firma im Beisein des Einsatzleiters der Feuerwehr Delmenhorst und der Polizei um 16.20 Uhr problemlos abtransportiert.

Früher gebräuchliches Reagenz

Pikrinsäure war früher ein übliches Reagenz in Schulen.Sie wurde für Analysezwecke im Naturwissenschaftsbereich genutzt. Mittlerweile wird sie ersetzt. Laut Leitfäden der Feuerwehr reagiert sie, wenn eingetrocknet, empfindlich auf Reibung, Erwärmung und Stöße. Dann ist die Substanz hochexplosiv. Es gab bereits mehrere Fälle, in denen Pikrinsäure an Schulen für Aufregung sorgten.


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