Neue Beratung in Delmenhorst Ärger bei Behindertenbeirat wegen neuen Angebots

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Tipps und Rat für Menschen mit Behinderungen gibt es nun in einer Beratungsstelle in Delmenhorst mehr. Symbolfoto: dpaTipps und Rat für Menschen mit Behinderungen gibt es nun in einer Beratungsstelle in Delmenhorst mehr. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst. Die Neueröffnung einer Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen sorgt für Ärger beim Behindertenbeirat Delmenhorst. Es gäbe bereits ein gutes Beratungsangebot, und es habe kein Gespräch vorab gegeben, kritisiert der Beirat. Der Leiter der neuen Beratungsstelle betont, keine Konkurrenz aufbauen zu wollen.

Der Behindertenbeirat Delmenhorst übt Kritik an der Einrichtung einer „ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ (EUTB) in Delmenhorst, die kürzlich eingerichtet wurde. Der Berater der EUTB betont hingegen seinen gesetzlichen Auftrag, und dass er ein zusätzliches Angebot sein möchte.

Bereits jetzt viele Angebote

Vorsitzender Günter Buckmann und Stellvertreterin Christa Behrens vom Behindertenbeirat zeigten sich skeptisch in einer Mitteilung an das dk: Man wundere sich sehr über die Einrichtung der weiteren Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert wird. Denn der Behindertenbeirat selbst mit seinen öffentlichen Sitzungen, als auch der Behindertenbeauftragte der Stadt im Gesundheitsamt böten bereits viele qualifizierte Beratungen zu allen bestehenden Themen, ebenso wie Lebenshilfe, Awo oder andere Organisationen. „Wir haben in Delmenhorst sehr gute Angebote für die betroffenen Menschen“, so die Mitteilung.

Zudem habe es keinerlei Abstimmung mit dem Beirat gegeben, ebensowenig wie mit dem kommunalen Behindertenbeauftragten. „Wir fragen uns ernsthaft, wie im Alleingang ohne die Zusammenarbeit mit den in der Stadt seit vielen Jahren sehr aktiv arbeitenden Institutionen und Einzelpersonen eine produktive Arbeit für behinderte Menschen gelingen soll“, so heißt es.

Keine Konkurrenz aufbauen

Tobias Kiefer, der die neue Beratungsstelle in seinem Büro am Kirchplatz 8-10 führt, möchte diese Wogen glätten. „Ich möchte auf gar keinen Fall eine Konkurrenz zu den bestehenden Angeboten aufbauen“, sagt er. Stattdessen solle sein Angebot eine Ergänzung sein. „Zudem gibt es einen gesetzlichen Auftrag“, betont er. So seien EUTB-Stellen nach neuerer Gesetzgebung des Sozialgesetzbuches IX, Paragraf 32 gewollt und werden gefördert. Tatsächlich ist das in der Norm nachzulesen. Ausdrücklich wird dort festgehalten, dass dieses Angebot neben dem bestehenden Angebot bestehen soll – was auch Kiefer so erklärt.

Dass es bisher noch nicht zum Kontakt mit dem Behindertenbeirat gekommen sei, bedauert Kiefer. Er habe womöglich auch wegen der Sommerferien niemanden beim Behindertenbeirat erreichen können. Er plane aber, den Kontakt aufzunehmen.


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