Grundstücksdeal Delmenhorst sichert Zugriff auf mehr Vorwerk-Parkplätze

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Gefragter City-Parkplatz: Am Vorwerk könnten noch mehr Stellflächen entstehen. Foto: Michael KornGefragter City-Parkplatz: Am Vorwerk könnten noch mehr Stellflächen entstehen. Foto: Michael Korn

Delmenhorst. Die Debatte um den Parkplatz Am Vorwerk könnte sich nach dem Aus der Kaufhaus-Pläne bei Ex-Hertie neu entzünden: Die Stadt hat den Pachtvertrag für ein angrenzendes Grundstück gekündigt.

In der Kontroverse um die Zukunft des Parkplatzes Am Vorwerk versucht die Stadt offenbar mit einem Grundstücksdeal Optionen für eine zeitnahe Erweiterung der Stellplatzanlage zu sichern. Nach Informationen unserer Zeitung hat sie für diesen Zweck einen langjährigen Pachtvertrag für eine unmittelbar angrenzende, stadteigene Fläche aufgekündigt, auf der nach Ermittlungen eines Verkehrsplaners 28 neue Parkplätze entstehen könnten. Pläne für ein eingeschossiges Parkdeck am Vorwerk hatten sich zuletzt zerschlagen, nachdem der Investor für das ehemalige Hertie-Kaufhaus sein Vorhaben, einen großen Einzelhandelsmagneten anzusiedeln, aufgegeben hatte.

Stadt hält sich bedeckt

In der Vertragsangelegenheit verwies das Rathaus auf die Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die mit ihrer Gründung vor drei Jahren die Verwaltung und Bewirtschaftung übernommen habe. Deren Kommunikationsmanager Eyke Swarovsky erklärte zu dem Gelände am Vorwerk, das bislang an einen angrenzenden Hauseigentümer an der Moltkestraße verpachtet war: „Der von Ihnen angesprochene Pachtvertrag wurde von hier ordentlich gekündigt – die Beendigung des Vertragsverhältnisses ist nicht auf die Diskussion um die Parkplatzneuordnung im Bereich Am Vorwerk zurückzuführen und rührt aus dem bestehenden Vertragsverhältnis selbst. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir zu laufenden Verfahren keine weitergehenden Angaben machen können.“

Auch ebenerdig Potenzial

Gleichwohl war erst im Juni dieses Jahres im Planungsausschuss des Rates über eben dieses Areal beraten worden: Damals hatte es geheißen, dass ohne zusätzliches Parkdeck auch ebenerdig Am Vorwerk weitere Parkmöglichkeiten geschaffen werden könnten. Dies könne mit einer Neuordnung der gesamten Anlage sowie Nutzung des verpachteten Grunds geschehen. So würde der Parkplatz von jetzt 79 um mehr als die Hälfte auf 125 Parkplätze anwachsen. In ihrem Stellplatzkonzept „Innenstadt Ost“ hatte die Firma PGT Umwelt und Verkehr aus Hannover zudem empfohlen, auch bislang nicht öffentlich nutzbare Plätze am Willms und an der GSG über eine befristet Parkscheibenregelung freizugeben. Abschließend heißt es in dem Bericht: „Mit der Neuordnung der Stellplätze und Schaffung zusätzlicher Stellplatzkapazitäten, die fußläufig gut an die östliche Lange Straße und die Cramerstraße (Bereich „Schweinemarkt“) angebunden sind, besteht die Chance, die Geschäftslagen in der östlichen Innenstadt gleichermaßen für - mit dem Kraftfahrzeug anreisende - Besucher aufzuwerten. In der aktuellen Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes wird gleichzeitig dem darin enthaltenen Hinweis auf fehlende, qualitativ gute Stellplätze in der östlichen Innenstadt entsprochen und das Gleichgewicht zwischen westlicher und östlicher Innenstadt verbessert.“

Ratspolitik am Zug

Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Google / Grafik: Jan Eric Fieder, Stadt Delmenhorst

Die Frage wird nun sein, wie die Ratsparteien nach dem Scheitern der Kaufhaus-Pläne mit dem Parkplatzkonzept verfahren.


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