Empfehlung aus Umweltausschuss Keine Mehrheit für Pestizidverbot in Delmenhorst

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Ein Antrag für eine pestizidfreie Kommune ist im Umweltausschuss zunächst gescheitert. Symbolfoto: dpaEin Antrag für eine pestizidfreie Kommune ist im Umweltausschuss zunächst gescheitert. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst. Es soll zunächst kein pestizidfreies Delmenhorst geben. Der Umweltausschuss der Stadt hat nach einem entsprechenden Antrag der Grünen-Fraktion eine Absage erteilt. Die Abstimmung war knapp. Letztlich entscheidet der Rat.

Ein Antrag der Grünen für eine pestizidfreie Kommune Delmenhorst ist im Umweltausschuss zunächst gescheitert. Laut Antrag der Grünen um Marianne Huismann soll beschlossen werden, dass auf allen kommunalen Flächen keine chemisch-synthetischen Pestizide mehr eingesetzt werden sollen. Pächter und weitere Nutzer sollten ebenfalls dazu verpflichtet werden, und es sollten bienen- und insektenfreundliche Blühflächen initiiert werden.

Der Ausschuss diskutierte das am Donnerstagabend mit Verve und Einbindung der Vertreter von Jägerschaft und Landwirtschaft.

Pestizide für Grünflächenpflege

Vonseiten der Stadt waren die Vorschläge der Grünen-Fraktion als Alternative entschärft worden – vor allem in Bezug auf das totale Verbot der Pestizide. Es sei unter anderem deshalb wenig praktikabel, weil die Stadt in einigen Fällen Herbizide brauche, wie etwa der Pflege von Sportflächen, um Unfälle zu vermeiden. Außerdem hätten Schädlinge wie der Eichenprozessionsspinner oder der Eichensplintkäfer Einzug nach Norddeutschland gefunden. Diesem Argument zumindest widersprach Eva Sassen (Bürgerforum/Freie Wähler/Unger), weil Schädlinge auch ohne Pestizide entfernt werden könnten.

Glyphosat bereits verboten

Torben Hakemann als Vertreter des Landvolks Hasbergen merkte an, dass auf Delmenhorster Böden kaum Insektizide angewandt werden würden. Helmut Blauth als Vertreter der Landesjägerschaft gab zu Bedenken, dass Landwirte vermutlich auch einen Wettbewerbsnachteil haben könnten. In puncto Bienenschutz erklärte er, dass ein befürchtetes Bienen- und Insektensterben vor allem Sache der wenig vielfältigen Kulturlandschaft sei. Fritz Brünjes, Leiter des städtischen Bereich Planen und Bauen, warf außerdem ein, dass das umstrittene Pestizid Glyphosat in Delmenhorst bereits verboten sei – nach einem Antrag der Grünen im Jahr 2014.

Letztlich bekam der Antrag der Grünen nicht die erforderliche Mehrheit. En bloc wurden sechs Einzelpunkte mit sechs Ja- zu sechs Neinstimmen abgelehnt. Das letzte Wort hat der Stadtrat.


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