Christlich-satirisches Kirchenkabarett Pfarrer-Witze kommen in Delmenhorst gut an

Von Jasmin Johannsen

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Mit komischen Liedern und bösen Sprüchen überzeugte der Kirchenkabarettist Ingmar von Maybach-Mengede in Hasbergen sein Publikum. Foto: Jasmin JohannsenMit komischen Liedern und bösen Sprüchen überzeugte der Kirchenkabarettist Ingmar von Maybach-Mengede in Hasbergen sein Publikum. Foto: Jasmin Johannsen

joh Delmenhorst. Ein echter Spaßmacher Gottes ist in Hasbergen aufgetreten. Ingmar von Maybach-Mengede brachte mit seiner „Christlich Satirischen Unterhaltung“ über 200 Besucher zum Lachen.

„Könnten gleich mal alle Frauen unter 60 hysterisch kreischen?“ Der erste Witz, wenn vielleicht auch ungeplant, landete Ingmar von Maybach-Mengede am Donnerstagabend in der St. Laurentius-Kirche schon gleich zu Programmbeginn. Bestand doch der Großteil seines Publikums aus der Generation 60 plus. Über 200 Besucher und Besucherinnen waren nach Hasbergen gekommen, um den evangelischen Pfarrer und selbsternannten Kirchenkabarettist und seine „Christlich Satirische Unterhaltung“ (CSU) zu erleben.

Schräge Ideen trafen bei Maybach auf politische Kritik und komische Lieder über das Pfarramt. Eines wurde dabei deutlich: bibelfest musste niemand sein, um sich in der Kirche zu amüsieren. Maybach selbst war vier Jahre als Pfarrer in Ueberau im Odenwald tätig. Im „Roten Dorf“ stand der Kirchenkomiker einem kommunistischen Bürgermeister gegenüber. Diese „Don Camillo-und-Peppone-Situation“ hat ihn eindeutig kabarettistisch geprägt.

Wie in Schweden

Wie sonst ist es zu erklären, dass Maybach eine Kooperation mit dem Einrichtungskonzern Ikea plant? Dem Werbeslogan der Schweden „Lebe hoch 3“ setzt er ein „Sterbe durch 2“ entgegen und ist der Meinung, dass Ikea auch mit Särgen ein gutes Geschäft machen könnte. „Das Sterben wäre doch nur halb so bedrohlich, wenn man seinen Sarg schon beim Namen kennt“, scherzte der Pfarrer. Da würde die Frage „Lebst du noch oder wohnst du schon“ eine ganz neue Bedeutung bekommen. „Schließlich bedeutet ‚Pax‘ auf Altschwedisch ‚Frieden‘ und auch im Katalog steht: Hast du einen Aufbewahrungswunsch? ‚Pax‘ erfüllt ihn dir!“ Solche deftigen Sprüche kamen im Gotteshaus gut an, das Publikum quittierte sie immer wieder durch viel Applaus.

Böser Humor

Mit ähnlich bösem Humor kommentiert Maybach auch seine Tätigkeit als Pfarrer. Die Frauenhilfe seiner Gemeinde nennt er halb liebevoll „Weißkopf-Geschwader“, Zielgruppen-Gottesdienste würde er auch mal gerne mit Vielfliegern machen und in der Sixtinische Madonna erkennt er ganz klar das Abbild Angela Merkels.

Apropos Bundeskanzlerin: Woher nimmt die eigentlich ihre Energie? Auch darauf fand Maybach schlussendlich eine logische Antwort. „Die ist als Pfarrerstochter aufgewachsen, da ist man von Haus aus sozial eingestellt und gegen alles gewappnet.“


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