Krippen- und Kitaplätze Trotz Rechtsanspruch nicht jedes Kind in Delmenhorst versorgt

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Die Kita Regenbogen-Kinderland an der Hasberger Straße ist bereits eröffnet. Noch laufen dort letzte Arbeiten. Foto: Marco JuliusDie Kita Regenbogen-Kinderland an der Hasberger Straße ist bereits eröffnet. Noch laufen dort letzte Arbeiten. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Mit großem Einsatz werkeln alle Beteiligten daran, dass alle Delmenhorster Kinder ihre Plätze in Krippen und Kitas bekommen. Doch derzeit übersteigt der Bedarf an Plätzen das Angebot noch deutlich.

Das neue Krippen- und Kindergartenjahr hat begonnen, doch nicht alle Kinder konnten mit einem Platz bedacht werden. „Auf der Warteliste für einen Krippenplatz stehen derzeit 270 Kinder, die bis Ende des Jahres einen Platz brauchen. Diese Kinder haben einen Rechtsanspruch“, sagt Gerd Galwas, stellvertretender Fachbereichsleiter für Jugend und Familie bei der Stadt, ganz offen. Bei 40 von diesen Kindern sei ein dringender Bedarf gegebene, etwa weil beide Elternteile berufstätig seien. Im Zweifel erhielten eher jene einen Platz, die einen starken Bedarf nachweisen könnten.

Auch wenn Galwas Zahlen nennen kann, so ist doch noch vieles im Fluss. „Es werden auch wieder Krippenplätze frei, weil Eltern feststellen, dass es für ihr Kind doch noch zu früh ist“, sagt er mit Verweis auf zwei Fälle allein am Montag.

20 freie Tagespflegeplätze

Der langen Warteliste gegenüber stehen derzeit noch 20 freie Tagespflegeplätze. Doch 20 freie Plätze bedeuten laut Galwas nicht, dass weitere 20 Kinder unterkommen: „Ob Zeit und Ort des Angebots zum Bedarf passen, ist nicht gesagt.“

Etwas entspannen werde sich die Situation, wenn die Kindertagesstätte an der Otto-Jenzok-Straße im Januar ihren Betrieb aufnimmt. 30 zusätzliche Krippenplätze stehen dann zur Verfügung. Dazu kommen 75 Kitaplätze. Auch die werden dringend gebraucht.

Laut Galwas warten derzeit noch 68 Kinder auf einen Kitaplatz, bei 15 Kindern sind beide Eltern berufstätig. Noch fehle der Stadt die Rückmeldung aus den Kitas, wie viele Kinder tatsächlich zum neuen Jahr ihren Platz angenommen haben.

Zentrales Anmeldeverfahren soll kommen

Viele Probleme sollen sich lösen, wenn die Stadt ein zentrales Anmeldeverfahren einführt. „Dann fallen zum Beispiel die Mehrfachmeldungen weg, es wird für alle Beteiligten übersichtlicher. „Die zentrale Vergabe wird kommen und eine große Entlastung bringen“, ist sich Galwas sicher. Im Moment laufe die Ausschreibung für das digitale Verfahren. Gibt es auch von der Politik grünes Licht, könne das Verfahren im kommenden Jahr in die Praxis gehen.


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