Hochsaison in Tierheimen Viele herrenlose Katzen in Delmenhorst und umzu

Von Leonie Erdmann

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Delmenhorst/Ganderkesee. Der Tierschutzhof Delmenhorst und das Tierheim Bergedorf haben im Sommer alle Hände voll zu tun, da besonders viele Jungtiere das Licht der Welt erblicken. Jeweils um die 50 Katzen versorgen die beiden Einrichtungen momentan.

In den Sommermonaten sind die Tierheime in der Region oft ausgelastet. Besonders Katzen müssen dann häufig aufgenommen werden, da in der warmen Jahreszeit viele Junge zur Welt kommen. Gleichzeitig läuft die Vermittlung während der Ferienzeit eher schleppend. Auf dem Delmenhorster Tierschutzhof sind derzeit um die 65 Tiere untergebracht, 50 davon sind Katzen. Auch im Tierheim Bergedorf warten über 50 Katzen auf ein neues Zuhause.

„Meist sind es die Babys verwilderter Hauskatzen, die im Sommer zu uns gebracht werden", berichtet Nadine Sprathoff, Tierpflegerin im Tierheim Bergedorf. Oft würden Hausbewohner dann Katzenjunge vorbeibringen, die unbemerkt auf dem eigenen Grundstück geboren sind. Nadine Wessollek leitet den Delmenhorster Tierschutzhof und ist immer dankbar, wenn ungewollte Tiere auch tatsächlich in ihre Obhut übergeben werden. Sie hat es nämlich schon oftmals anders erlebt: „Teilweise werden Kätzchen einfach in einen Karton gepackt und bei der Autobahn oder auf Feldern komplett sich selbst überlassen", erzählt sie.

In den Vorjahren noch höhere Auslastung

Die rund 50 momentan zu versorgenden Katzen seien zwar eine Menge, man habe aber in der Vergangenheit auch schon deutlich mehr untergebringen müssen, merken sowohl Nadine Wessollek, als auch Nadine Sprathoff an. Auf dem Tierschutzhof lag das Maximum der Vorjahre bei 80 Katzen, im Tierheim Bergedorf kümmerte man sich zu Spitzenzeiten sogar um 120 von ihnen.

Meist gute Vermittlungschancen

Der Tierschutzhof meldet hohe Vermittlungsraten bei Katzen, besonders Jungtiere hätten sehr gute Chancen auf ein neues Zuhause. Ähnlich sieht es im Tierheim Bergedorf aus, wenn auch mit einigen Ausnahmen: Wie Nadine Sprathoff erklärt, hätten Katzen, die nicht sonderlich „schmusig" sind, es deutlich schwerer. „Die bleiben dann manchmal mehrere Jahre bei uns." Außerdem gestalte sich die Vermittlung in der Ferienzeit oft schwierig. Viele Menschen würden in den Urlaub fahren und könnten deshalb, wenn überhaupt, erst später ein Tier bei sich aufnehmen.

Kastrationspflicht in Delmenhorst

Um die sogenannte „Katzenschwemme" einzudämmen, gilt in Delmenhorst seit 2010 eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen. In Ganderkesee gibt es eine solche Verordnung nicht, Tierpflegerin Nadine Sprathoff hält eine Einführung aber für dringend angebracht. Auch die Delmenhorster Tierärztin Angelika Hoffmann findet die Kastrationspflicht sinnvoll, „obwohl sich in den sozialen Brennpunkten sowieso kein Mensch daran hält.“ Einen Anstieg der Kastrationen seit Einführung der Verordnung kann sie in ihrer Praxis allerdings nicht verzeichnen. Um die Kastration aller vermittelten Katzen sicherzustellen, haben sowohl der Tierschutzhof als auch das Tierheim Bergedorf besondere Maßnahmen ergriffen. Wer eine unkastrierte Katze vom Tierschutzhof „adoptiert", muss 80 Euro Kaution hinterlegen. Kann man später die Kastration durch Vorlage der Tierarztrechnung nachweisen, erhält man das Geld zurück. Das Tierheim Bergedorf hingegen gibt den neuen Besitzern unkastrierter Katzen einen Kastrations-Gutschein mit auf den Weg.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN