Autor Kenneth Eze Sein Ziel: Ein Buch in jeder niedersächsischen Schulbibliothek

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Das Kinderbuch „Freunde für immer“ ist das erste Werk von Kenneth Eze. Foto: Vincent BußDas Kinderbuch „Freunde für immer“ ist das erste Werk von Kenneth Eze. Foto: Vincent Buß

Delmenhorst. Wie ein schwarzer und ein weißer Pinguin die Angst vor Fremden überwinden, erzählt Kenneth Eze in seinem ersten Kinderbuch „Freunde für immer“. Der gebürtige Nigerianer, der lange in Delmenhorst lebte, ließ sich dabei auch von seiner eigenen Lebensgeschichte inspirieren.

In „Freunde für immer“ stellen der schwarze Pinguin Pitt und der weiße Pinguin Charly schnell fest, dass sich ihre Gefieder farblich unterscheiden. Ein ähnliches Schlüsselerlebnis hatte auch ihr Erfinder Kenneth Eze, als er mit vier Jahren getauft wurde. „Ich habe gemerkt, dass der Pfarrer weiß ist und ich schwarz“, erzählt er lachend. „Also habe ich nachgefragt, warum das so ist.“ Seine Eltern haben ihm dann gesagt, dass der Geistliche aus einem anderen Land komme. Also beschloss Eze, dieses Land irgendwann zu besuchen.

Idee kam bei Arbeit mit Kindern

Und tatsächlich, er kam 1995 zum Studieren nach Deutschland. Danach arbeitete Eze im Gastronomiebereich und nebenbei ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen. Währenddessen nahm die Idee für sein Buch Gestalt an. Denn er stellte im Miteinander der Kinder fest: „Manchmal fehlt Liebe und Toleranz.“ Und das führe zu Streit. „Vertragen ist also wichtig, denn alleine kommt man nicht weiter“, erklärt Eze.

Auch die schwarzen und die weißen Pinguine aus seinem Buch sind sich nicht grün und leben auf unterschiedlichen Inseln. Doch als Pitt und Charly durch Zufall aufeinandertreffen, ändert sich einiges. Die Botschaft des Buches bricht Eze auf vier Wörter herunter: „Liebe, Toleranz, Vergeben, Vertragen.“

Bezüge zur politischen Situation

Das kann Ezes Ansicht nach auch auf die Fremdenfeindlichkeit bezogen werden, die in den letzten Jahren in Deutschland zugenommen hat. „Nicht alle, die gekommen sind, gehen wieder zurück“, glaubt der Autor. Deshalb müssten sich alte und neue Bewohner miteinander anfreunden.

Eze lebt in Oldenburg, davor jedoch unter anderem acht Jahre lang in Delmenhorst. Passenderweise ist sein Buch ein regionales Projekt. Schüler des Gymnasiums Obervieland illustrierten „Freunde für immer“ und eine fünfte Klasse des Delmenhorster Max-Planck-Gymnasiums schrieb eine Rezension. Das Werk gibt es in Online-Shops zu kaufen. Ein Teil des Erlöses soll in Hilfsprojekte des Vereins „Africa Tomorrow Plus“ fließen, den Eze gründete. Der Oldenburger träumt aber noch von etwas anderem: „Jede Grundschule in Niedersachsen soll ‚Freunde für immer‘ in seiner Bibliothek haben.“ Deshalb sucht er Sponsoren, um den Schulen das Buch kostenlos anzubieten.

Ezes Tipp für angehende Schriftsteller

Eze versucht sich schon an etwas Neuem: Kurzgeschichten. Zwar hat er schon als Grundschüler Gedichte verfasst, doch professionell gelernt hat er das Schreiben nie. Deshalb ermutigt er andere: „Alles, was man schreibt, bleibt. Wenn die Geschichten nur im Kopf sind, ist alles weg, wenn man stirbt.“


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