Comedy-Club Alltagswitze kommen in Delmenhorst nur bedingt an

Von Jasmin Johannsen

Andreas Weber hatte es mit seinem Programm schwer, in Delmenhorst Lacher zu erzeugen. Foto: Jasmin JohannsenAndreas Weber hatte es mit seinem Programm schwer, in Delmenhorst Lacher zu erzeugen. Foto: Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Der Comedy Club in der Delmenhorster Divarena meldete sich am Donnerstag aus der Sommerpause zurück. Die Komiker Andreas Weber, Don Clarke und Stefan Danziger konnten allerdings nicht auf ganzer Linie überzeugen.

Ein Single-Vater, ein geschichtsbegeisterter Tourguide und ein selbsternannter Nichtskönner – der 33. Comedy Club am Donnerstag in der Divarena hätte mit Andreas Weber, Stefan Danziger und Don Clarke eine bunte Komik-Mischung bieten können. Die erste Ausgabe nach der Sommerpause lieferte vor fast ausverkauften Reihen allerdings eher durchwachsene Unterhaltung.

Müdes Lächeln

Den schwersten Stand beim Publikum hatte wohl Andreas Weber. Der Enddreißiger berichtete von seinem Leben als frischgebackener Junggeselle und Vater von zwei pubertierenden Söhnen, seinen vergeblichen Dating-Versuchen und den Hürden der ausgewogenen Ernährung. Weisheiten wie „eine Ehefrau hast du nur so lange du verheiratet bist, eine Ex-Frau hast du dein Leben lang“ riefen bei den Zuschauern nur ein müdes Lächeln hervor. Viele Pointen zündeten nicht und richtig punkten konnte Weber nur selten. Die Anekdoten über seinen Haushalt machten allerdings Spaß: „Manchmal lass ich mich einfach auf das Laminat fallen und mache Staubengel!“ Da konnte sich das Publikum dann doch nicht das Lachen verkneifen.

Zonen-Humor zieht besser

Absurditäten, die ein Touristen-Führer in Berlin erlebt, bestimmten den Auftritt von Stefan Danziger. Der gebürtige Dresdner ist mit seinen Eltern als Kind in die Sowjetunion gezogen („Die wollten wohl in den Westen flüchten, sind aber falsch abgebogen“), dann später wieder aus Russland zurück in die Hauptstadt. Seitdem macht er sich Gedanken über Avocado-Craft-Beer trinkende Hipster, das Liebesleben von Politikern und einen ostdeutschen James Bond, der natürlich den Vornamen Ronnie trägt. Danziger verknüpfte seine Zoten stellenweise mit pointierten Kabarett. Diese Mischung kam bei den Zuschauern sichtlich gut an.

Don Clarke landet wieder Volltreffer

Zum wahren Publikumsliebling entwickelte sich Don Clarke. Von Alters-Wehwehchen über Körperausdünstungen bis hin zum übermäßigen Alkoholkonsum: Der deftige Humor des Briten, mit breitem englischen Akzent vorgetragen, brachte das Publikum zum Johlen. Skurrile Theorien („Pute ist kein Fleisch, Pute ist vegetarisch. Pute ist Gemüse, das laufen kann und selbst das kann es nicht gut!“) wechselten sich mit ebenso grotesken Sprüchen („Ich komme aus einer Künstlerfamilie, mein Vater war Stripper im Radio“) ab – ein voller Erfolg bei den Zuschauern.

Nächste Comedians in den Startlöchern

Der nächste Comedy Club findet am Donnerstag, 6. September, in der Divarena statt. Dann treten Peter Löhmann, Horst Fyrguth und Marcel Kösling auf.


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