Wehrpflicht auf dem Prüfstand Delmenhorster diskutieren allgemeine Dienstpflicht

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Kommt die Wehrpflicht in Form einer allgemeinen Dienstpflicht zurück? Es ist eine neue politische Debatte entbrannt. Foto: Daniel Bockwoldt/dpaKommt die Wehrpflicht in Form einer allgemeinen Dienstpflicht zurück? Es ist eine neue politische Debatte entbrannt. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Delmenhorst.. Eine Wehrpflicht oder Dienstpflicht im Gemeinwesen soll als Ziel in das Grundsatzprogramm der CDU. Die Diskussion ist aufgeflackert. Mehrere Delmenhorster sind dafür, Axel Jahnz ist skeptisch.

Seit 2011 besteht keine Wehrpflicht mehr – und somit auch kein Ersatzdienst als Zivildienstleistender. Das könnte sich ändern – innerhalb der Bundes-CDU wird eine Wiederaufnahme in das Grundsatzprogramm diskutiert. Delmenhorster aus Politik, Gemeinwohl oder Militär sprechen sich zumeist dafür aus.

Jahnz sieht Dienst an der Waffe kritisch

Alternativ zur Wehrpflicht wird auch eine allgemeine Dienstpflicht besprochen, die den Dienst nicht nur in der Bundeswehr, sondern auch in Hilfsorganisationen, im Gesundheitsbereich oder im Katastrophenschutz – für beide Geschlechter – umfasst. Der Delmenhorster CDU-Ratsherr Bastian Ernst spricht sich für die Wehr- oder Dienstpflicht aus, ebenso der scheidende Standortkommandeur der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne, Stephan Fey, oder Caritas-Geschäftsführer Peter Schmitz. Sie betonen, dass die Dienstpflicht nicht dazu dienen dürfe, um Personalengpässe zu stopfen. Oberbürgermeister Axel Jahnz sieht zumindest den Dienst an der Waffe kritisch. Heutige Einsätze der Bundeswehr würden jahrelanges Training erfordern, sagt er.



Axel Jahnz, Oberbürgermeister: Der Rückkehr zur Wehrpflicht stehe ich skeptisch gegenüber. Bundeswehr-Einsätze sind hochprofessionell. Es macht den Eindruck, als habe man mehr eine Idee gehabt, als sich mit dem Thema in der nötigen Tiefe zu befassen. Es würde Jahre dauern, die Dienstpflicht/Wehrerfassung aufleben zu lassen. Foto: Kai Hasse


Oberstleutnant Stephan Fey: Eine Dienstpflicht, die neben anderen auch die Bundeswehr einbezieht, darf nicht dazu führen, dass so rekrutiert wird. Die Bundeswehr ist mittlerweile sehr professionalisiert. Es ist aber eine gute Gelegenheit, soziales Engagement in gesellschaftlich tragenden Bereichen kennenzulernen – und auch die Bundeswehr. Foto: Kai Hasse


Peter Schmitz, Caritas: Es tut jedem Menschen gut, über das Gemeinwohl nachzudenken. Ein Dienst erfüllt einen guten Zweck, weil er die Zusammenarbeit fördert. Das betrifft übrigens Männer wie auch Frauen. Vom Grundsatz her ist eine Dienstpflicht gut. Sie darf aber nicht zum Löcherstopfen der personellen Situation in der Pflege dienen. Foto: Frederik Grabbe


Bastian Ernst, CDU-Ratsherr: Die Wehrpflicht, wie wir sie hatten, war unfair. Eine Dienstpflicht kann dazu führen, dass junge Frauen und Männer ihre Talente sinnvoll einsetzen. Das Gemeinwohl sorgt gut für uns – etwa durch Ehrenamt. Man kann etwas zurückgeben. Den Aspekt der Rekrutierung darf man nicht außer Acht lassen, er ist aber nicht der Kernpunkt. Foto: T. Conrad



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