Seltenes Hobby Delmenhorster Schützen brauchen Sprengstoff-Erlaubnis

Von Sascha Sebastian Rühl

Ordentlich Feuer: Helmut Siegert vom Schützenverein SV Tell schießt mit seiner Schwarzpulver-Pistole. Foto: Sascha Sebastian RühlOrdentlich Feuer: Helmut Siegert vom Schützenverein SV Tell schießt mit seiner Schwarzpulver-Pistole. Foto: Sascha Sebastian Rühl

Delmenhorst. Wer mit Musketen und historischen Revolvern schießen möchte, braucht eine Sprengstoff-Erlaubnis. Beim Delmenhorster Schützenverein Tell treffen sich diejenigen, die Schwarzpulver für ihr Hobby zuhause lagern. Die Schützen verraten, was man für dieses seltene Hobby wissen muss.

Mit Ruhe und Routine lädt Helmut Siegert, Sportleiter beim Schützenverein Tell, seine Vorderlader Pistole. Schießpulver wird aus einem kleinen Röhrchen in den Lauf der Waffe gefüllt, dann kommt ein Filztüchlein und eine kleine Kugel, die erst in den Lauf gehämmert und dann gestopft wird. „Eine normale Waffe kann man sich beim Verein ausleihen und damit schießen. Bei den Vorderladern braucht man vorher eine Sprengstoff-Erlaubnis“, erklärt Vereinsvorsitzender Dietrich Müller. Siegert bewegt die Waffe nun vorsichtig zum nahe gelegenen Schießstand und macht sie scharf, indem er ein Zündhütchen außen anbringt, ähnlich denen, die man von Platzgewehren aus Kindertagen kennt. Er konzentriert sich, streckt den Arm aus und drückt ab. Ein Feuerstoß verlässt die Waffe, ein dumpfer lauter Knall hallt durch die Schützenhalle und es riecht nach Pulver. „Schwarzpulver-Waffen stehen modernen in der Präzision in nichts nach.“ In 40 Minuten werden aber in der Regel nur 15 Schuss abgegeben.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN