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Immobilie an der Westfalenstraße Stadt Delmenhorst kauft leerstehenden Wollepark-Block

Von Jan Eric Fiedler

Die Stadt Delmenhorst hat den Wohnblock an der Westfalenstraße 8 neben dem Nachbarschaftszentrum gekauft. Foto: Melanie HohmannDie Stadt Delmenhorst hat den Wohnblock an der Westfalenstraße 8 neben dem Nachbarschaftszentrum gekauft. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst hat den Wohnblock an der Westfalenstraße 8 gekauft. Während die Stadt 2015 noch bei einer Zwangsversteigerung gescheitert war, gab es das abbruchreife Gebäude jetzt deutlich günstiger.

Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, ist mit dem Kauf der Weg zum Abriss der seit 15 Jahren leer stehenden „Schrottimmobilie“ im Wollepark endgültig frei. „Die Bagger sollen im Verlauf des nächsten Jahres anrollen. Parallel dazu laufen die Planungen für die künftige Nutzung des 2.444 Quadratmeter großen Grundstücks an“, teilt die Stadt mit.

Jahnz: „Schandfleck beseitigen“

„Das ist eine super Nachricht für den Wollepark“, wird Oberbürgermeister Axel Jahnz in der Mitteilung zitiert. „Es geht weiter voran. Wir werden auch diesen Schandfleck beseitigen, wie ich es angekündigt habe, und dort etwas Neues schaffen. Aber wir werden es nicht dabei belassen, sondern auch bei weiteren Missständen für die Menschen im Quartier am Ball bleiben.“ Laut Stadtbaurätin Bianca Urban können die Sanierungsziele so weiter umgesetzt werden. Für das Quartier würden sich sich neue Möglichkeiten ergeben. Das Grundstück liegt im Sanierungsgebiet „Wollepark – Soziale Stadt“, in dem die Stadt seit dem Jahr 2000 an der Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse und somit an der Stabilisierung des Quartiers arbeitet.

Kosten deutlich unter denen bei der Zwangsversteigerung

Der Erwerb des Blocks sei ein weiterer Baustein bei dem Vorhaben, das Quartier städtebaulich neu zu ordnen. Mit dem Kauf und dem Abbruch des Parkhauses und der Wohnblöcke „Am Wollepark“ 1 bis 5 hat die Stadt zuvor bereits große Veränderungen im südlichen Bereich des Wolleparks angestoßen. Für das Gebäude hat die Stadt laut Mitteilung rund 79.000 Euro zuzüglich Erwerbsnebenkosten gezahlt. Durch die Lage im Sanierungsgebiet können für einen Teil der Kosten Städtebaufördermittel eingesetzt werden. Aus demselben Fördertopf werde anschließend auch der Abriss zu zwei Dritteln bezuschusst. Der Wohnblock war Ende 2015 für 200.000 Euro von einer Firma aus Edewecht bei einer Zwangsversteigerung gekauft worden. Die Stadt hatte damals mitgeboten, war aber bei 155.000 Euro ausgestiegen.

Block steht seit 2003 leer

Der sechsgeschossige Block aus dem Jahr 1973 steht gleich neben dem Nachbarschaftszentrum an der Westfalenstraße 6. Bereits 2003 zogen laut Stadt die letzten Menschen aus den 122 Wohnungen aus. „Durch die fortgesetzte Verletzung der Eigentumspflichten verfiel das Gebäude zusehends“, heißt es in der Mitteilung. Deshalb habe die Bauordnungsbehörde 2012 eine Abbruchverfügung erlassen. Nach einem knapp drei Jahre währenden Rechtsstreit wurde sie 2015 schließlich rechtskräftig. Die Abbruchverfügung wurde durch den Eigentümerwechsel bei der Zwangsversteigerung nicht berührt, sie wurde lediglich auf den neuen Eigentümer übergeleitet. Doch auch dieser kam ihr nicht nach. Daran änderte auch die Festsetzung eines Zwangsgeldes in Höhe von insgesamt 65.000 Euro gegen den Eigentümer nichts. Ob diese Schuld mit dem Kauf abgegolten ist, wollte die Stadt auf Nachfrage aus Datenschutzgründen nicht beantworten. Schließlich unterbreitete er der Stadt aber ein Kaufangebot. Nach Zustimmung durch den Verwaltungsausschuss im Mai dieses Jahres wurde der Kauf nun vollzogen.

Eine nächste Baustelle bilden nun die Blöcke Am Wollepark 13-14: Hier ist die Stadt bislang mit einem Kaufangebot von 700.000 Euro gescheitert. Auch, weil über den Wert des Baus Uneinigkeit besteht. Laut Stadt könnte hierzu im Herbst vor dem Landgericht Hannover eine Entscheidung fallen.


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