Delmenhorster Hallenrund Markthalle stößt langsam an Grenzen der Auslastung

Von Frederik Grabbe


Delmenhorst. Ein Forum für Veranstaltungen aller Art und durch alle gesellschaftlichen Schichten hinweg: Die Delmenhorster Markthalle wird die Zahl ihrer Nutzungstage 2018 wohl wieder erhöhen. Viel mehr Spielraum für noch mehr Auslastung im Hallenrund, das jährlich mit 130.000 Euro bezuschusst wird, ist aber nicht.

Tanztee, Selbsthilfetag, Fachvorträge, Festbälle, Comedy, Legobörse und vieles mehr – die Delmenhorster Markthalle bietet seit ihrer Wiedereröffnung im Juni 2013 für alle Gesellschaftsschichten und alle Zwecke ein Forum. Und die Zahl ihrer Buchungstage wächst weiter leicht an. Bald könnte möglicherweise das Ende der Fahnenstange bei den Buchungen erreicht sein.

Zur Jahreshälfte Buchungszahl bereits aus 2017 erreicht

Wie die Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft (dwfg) auf Nachfrage mitteilt, sind im Jahr 2018 inklusive der zweiten Jahreshälfte bereits am 30. Juni Buchungen für 170 Tage eingegangen. Das entspricht bereits zur Jahreshälfte dem gesamten Vorjahresniveau, weshalb 2017 „aller Voraussicht nach übertroffen wird“, sagt Eyke Swarovsky, Kommunikationsmanager bei der dwfg.

Markthalle stößt langsam an Grenzen der Auslastung

Damit baut sich die Auslastung der Markthalle weiterhin leicht aus: 2014 war das Hallenrund an 114 Tagen gebucht, 2015 an 166 Tagen, 2016 an 168 Tagen. Das eingeschränkte Ansteigen der Buchungen seit 2015 kündigt es schon an: Die Markthalle stößt langsam aber sicher an die Grenzen ihrer Auslastung. Swarovsky sagt dazu: „Bedenkt man, dass die meisten Veranstaltungen in der Regel einen Tag zum Aufbau oder Abbau sowie Zeit zur anschließenden Reinigung benötigen, ist eine deutlich höhere Auslastung schon allein aus organisatorischen Gründen nur bedingt möglich.“ Darum sei die Wirtschaftsförderung mit dem derzeitigen Nutzungsgrad zufrieden.

130.000 Euro im Jahr zahlt die Stadt als Zuschuss

Und dieser kostet die Allgemeinheit immerhin noch 130.000 Euro im Jahr, teilt die Stadt Delmenhorst als Eigentümerin der Markthalle auf Nachfrage mit. Ab 2018 wächst diese Pauschalvergütung wegen der Lohn- und Gehaltssteigerung im Öffentlichen Dienst um 2177 Euro an, heißt es aus der Verwaltung. Dass die Markthalle zu keiner Zeit kostendeckend laufen wird, war schon von Anfang an klar, sagt dwfg-Sprecher Swarovsky und verweist auf einen entsprechenden Ratsbeschluss. „Bei der Neunutzung stand immer der kulturelle Mehrwert für die Stadt Delmenhorst im Fokus.“

Vereine, Kulturgruppen, Bildungsveranstalter nutzen Markthalle überwiegend

Die mehrheitliche Beanspruchung der Markthalle geht aus von gemeinnützigen Vereinen, Einzelkünstlern, kulturellen Initiativgruppen, Veranstaltern aus dem Bereich Bildung und Fortbildung, dem Rat, Ratsgremien und Ratsfraktionen sowie der Stadtverwaltung. Diese Nutzer entsprechen der Gruppe B, die pro Tag ein Entgelt von 100 Euro zahlen. Sie machen laut dwfg den „mit Abstand größten Teil der Mieter“ aus. Der Rest teile sich auf die Nutzergruppe A (kommerzielle Veranstalter, Tagungen, private Feiern; 600 Euro pro Tag) und C (Schulen; kostenfrei) auf. Wie zahlenmäßig genau diese Aufteilung aussieht, teilt die dwfg auch auf Nachfrage nicht mit. 2017 hatte es von der Wirtschaftsförderung geheißen, dass „etwa 80 bis 90 Prozent“ der Nutzer der Gruppe B angehören.


Die Delmenhorster Markthalle wurde nach zwei Jahren der Sanierung und Renovierung am 23. Juni 2013 wiedereröffnet. Die Baukosten lagen bei 2,1 Millionen Euro. Das Hallenrund wurde ursprünglich in den Jahren 1919/20 erbaut.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN