An der Stedinger Straße Delmenhorst stoppt Bauantrag für Wohn- und Geschäftshaus

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Auf diesem Grundstück wird vorerst nicht gebaut. Die Stadt hat jetzt den Bauantrag für das Gelände an der giftgeschädigten Buche auf Eis gelegt. Foto: Michael KornAuf diesem Grundstück wird vorerst nicht gebaut. Die Stadt hat jetzt den Bauantrag für das Gelände an der giftgeschädigten Buche auf Eis gelegt. Foto: Michael Korn

Delmenhorst. Nach dem Giftanschlag gegen eine Buche und einem Eigentümerwechsel hat die Stadt Delmenhorst den Bauantrag für das Grundstück Ecke Stedinger Straße/Nordstraße gestoppt. Das teilte die Stadt am 6. August 2018 mit.

Die Stadt hat den Bauantrag für das umstrittene Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Stedinger Straße/Nordstraße gestoppt. Das teilte das Rathaus auf dk-Anfrage mit. Nach dem Giftanschlag auf die große Buche und einem Eigentümerwechsel hat die Verwaltung das Baugesuch zunächst für ein Jahr zurückgestellt.

Planung läuft weiter

Gleichwohl wurde das reine Planungsverfahren für das Grundstück mit einigen Auflagen vorangetrieben: Die erste Öffentlichkeitsbeteiligung samt Abwägung der Stellungnahmen zu dem Bauvorhaben ist beendet. Derzeit wird der Bebauungsplanentwurf für die öffentliche Auslegung erarbeitet. Das Rathaus bekräftigt: An dem Planungsziel der Erhaltung der Buche respektive Neupflanzung bei Abgang wird festgehalten. Ziel und Zweck des Bebauungsplanes ist der Schutz des Baumes aufgrund seiner naturschutzfachlichen und städtebaulichen Bedeutung für das Ortsbild sowie die Sicherung der Erschließung der Grundstücke über die Stedinger Straße. Die Buche wird im Bebauungsplan innerhalb der nicht überbaubaren Fläche festgesetzt mit einer Schutzzone von mindestens drei Metern zur Baumkrone. Ein baulicher Eingriff in den Kronenbereich ist gleichzusetzen mit einem Eingriff in den Wurzelbereich.

Drei Meter Abstand

Die nicht überbaubare Fläche im Bereich der Straße beträgt durchgängig drei Meter. Auch im rückwärtigen Bereich wird die nicht überbaubare Fläche auf drei Meter verkürzt. Als Ausgleich für die bevorstehende Einschränkung der Baufläche soll den Eigentümern eine bessere Ausnutzbarkeit der Grundstücke durch ein größeres Gebäude als bislang realisierbar ermöglicht werden.

Baumrettung fraglich

Ob die von bislang Unbekannten mutwillig mit Glyphosat vergiftete große Buche auf einem Baugrundstück an der Stedinger Straße/Ecke Nordstraße zu retten ist, darüber lässt sich laut Stadtverwaltung erst nach einem Neuaustrieb im kommenden Jahr eine Prognose erstellen. Ob und welche Kronenteile wieder austreiben, könne noch nicht prognostiziert werden. Mittlerweile ist einiges Totholz aus der Krone des Baumriesen entfernt worden. Nachdem sich große Teile des Blattwerkes braun verfärbt hatten, haben Untersuchungen Mitte Juni ergeben, dass die Buche mit Bohrern und chemischen Substanzen vorsätzlich geschädigt worden war.


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