Professorin spricht am HWK Vortrag über transatlantische Beziehungen in Delmenhorst

Von Marco Julius

Prof. Dr. Christiane Lemke hatte von 2010 bis 2014 den Max-Weber-Lehrstuhl für deutsche und europäische Politik an der New York University inne. Foto: Leibniz Universität.Prof. Dr. Christiane Lemke hatte von 2010 bis 2014 den Max-Weber-Lehrstuhl für deutsche und europäische Politik an der New York University inne. Foto: Leibniz Universität.

Delmenhorst. Unter dem Titel „Wertegemeinschaft oder Streitkultur: Die transatlantischen Beziehungen nach der nationalistischen Wende in den USA“ hält Prof. Dr. Christiane Lemke am Montag, 13. August 2018, um 19.30 Uhr einen Vortrag im Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK). Lemke ist Professorin für Politische Wissenschaft an der Leibniz Universität Hannover und Leiterin des Arbeitsbereichs Internationale Beziehungen im Institut für Politische Wissenschaft.

Über Jahrzehnte galten die transatlantischen Beziehungen als Eckpfeiler der deutschen und europäischen Außenpolitik. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump im Januar 2017 sind diese Beziehungen jedoch in schweres Fahrwasser geraten: Unter dem Slogan „America First“ setzte sich immer deutlicher eine nationalistische Wende in der US-Außenpolitik durch. Internationale Abkommen werden in Zweifel gezogen oder kurzerhand gekündigt, das NATO-Bündnis kritisiert und Grundsätze des freien Handels durch eine protektionistische Wirtschaftspolitik ausgehöhlt. Anstelle der viel beschworenen Wertegemeinschaft des Westens scheint eine transatlantische Streitgemeinschaft getreten zu sein. Wie konnte es zu dieser Eskalation kommen? Welche Perspektive hat das transatlantische Verhältnis unter diesen Bedingungen und wie sollte Europa reagieren?

Nationalistische Wende

Im Vortrag werden Hintergründe für die nationalistische Wende in der amerikanischen Außenpolitik analysiert und deren Konsequenzen für die transatlantischen Beziehungen reflektiert. Im Mittelpunkt steht dabei die These, dass die neue Außenpolitik auf einer populistischen Strategie beruht, die innenpolitische Ursachen hat. Trotz gemeinsamer Werte und ähnlicher Lebensweisen auf beiden Kontinenten sind daher weiterhin Spannungen zu erwarten.


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