Grüne Straße Delmenhorster Unfall-Kreuzung wird im Herbst entschärft

Von Michael Korn

Unübersichtlich, verwirrende Vorfahrt, fehlende Querungshilfen - die Kreuzung Grüne Straße/Anton-Günther-Straße ist ein Risiko vor allem für Schulkinder. Foto: Melanie HohmannUnübersichtlich, verwirrende Vorfahrt, fehlende Querungshilfen - die Kreuzung Grüne Straße/Anton-Günther-Straße ist ein Risiko vor allem für Schulkinder. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. An der Ecke Grüne Straße/Stickgraser Damm kracht es besonders häufig: Im Herbst will die Stadt nun endlich mit dem Umbau des Brennpunktes beginnen.

Delmenhorsts gefährlichste Straßenkreuzung ist auch zu Beginn des neuen Schuljahres in der kommenden Woche noch nicht entschärft - und das, obwohl vor einem Jahr „dringender Handlungsbedarf“ festgestellt worden war: Wie die Stadt auf dk-Anfrage mitteilte, soll der unfallträchtige Einmündungsbereich Grüne Straße/Anton-Günther-Straße/Heideweg im Herbst mit Ampel und neuer Vorfahrtsregelung sicherer gemacht werden.

Arbeitslast in Fachdienst und Firmen

Damit sind die Sommerferien als ideale Ausbauzeit für einen weniger risikoreichen Schulweg verstrichen. Stadtsprecherin Maike Stürmer-Raudszus: „Die Ferienzeit ist selbstverständlich immer ein günstiger Zeitpunkt, jedoch können nicht alle Baumaßnahmen in den Ferien ausgeführt werden. Aufgrund der Arbeitsbelastung im Fachdienst Straßen- und Brückenbau und einer längeren Bauzeit als sechs Wochen sowie den ohnehin ausgelasteten Baufirmen konnte die Ferienzeit für dieses Vorhaben nicht genutzt werden.“

Immer wieder Unfälle

Den Umbaubeschluss hatte die Stadt Ende 2017 gefasst. Danach sollen eine Ampel, eine durchgehende Vorfahrtsregelung zum Stickgraser Damm sowie verkehrssichere Querungsmöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger die Unfallzahlen senken. Der Umbau der Kreuzung kostet rund 220000 Euro. Seit Längerem sind die Unfallzahlen in dem Abschnitt auffällig. Von 2013 bis 2015 waren sieben Verkehrsunfälle mit Verletzten polizeilich bekannt geworden, 2016 wurden allein sechs Verkehrsunfälle mit Verletzten registriert, davon drei trotz Umsetzung von Sofortmaßnahmen (Erneuerung und Ergänzung der Beschilderungen sowie Markierungen). 2017 und 2018 gab es ebenfalls mehrere Unfälle aufgrund der für manche Verkehrsteilnehmer unübersichtlichen Vorfahrt..

Ungeordnete Verhältnisse

Eine Ortsbesichtigung ergab den Angaben zufolge, dass „insbesondere zu den Stoßzeiten extrem ungeordnete Verhältnisse existieren“: Zum Teil stehen Radfahrer- und Fußgängergruppen an der Ecke gegenüber der Heidestraße. Wenn insbesondere Radfahrer aufgrund des starken Verkehrs nicht queren können, kreuzen sie unkoordiniert den Knoten oder fahren auf der falschen Seite weiter. Weiterhin werden von Radfahrern, die der abknickenden Vorfahrtsstraße folgen, oftmals keine Handzeichen gegeben. Kraftfahrer schneiden teilweise die Kurve im Zuge der abknickenden Vorfahrt und vernachlässigen das vorgeschriebene Einschalten des Blinkers. Der Bereich ist der unfallträchtigste im Delmenhorster Straßennetz, „so dass dringender Handlungsbedarf besteht“.

Wichtiger Schulweg

Weiter heißt es: Nahe Randbebauung schränke die Sichtverhältnisse deutlich ein und die abknickende Vorfahrtsregelung sei nicht mehr zeitgemäß, vor allem mit Blick auf das hohe Verkehrsaufkommen. Die Verkehrsströme von der Grünen Straße Richtung Stickgraser Damm sowie Anton-Günther-Straße seien nahezu gleich stark. Darüber hinaus sei die Kreuzung wichtiger Bestandteil des Schulweges mehrerer Schulen (IGS, Realschule Lilienstraße sowie Bernhard-Rein-Schule). Die Verkehrswege der Schüler verliefen jedoch teils entgegengesetzt der Kfz-Ströme. Die Querung für Radfahrer und Fußgänger sei teilweise gefährlich und somit gerade für die jüngeren Verkehrsteilnehmer riskant. Infolge dessen werde mit dem Rad die falsche Straßenseite befahren, weil eine Querung in der abknickenden Vorfahrt nicht oder nur risikoreich möglich ist.


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