Schulbank drücken Delmenhorster Jugendliche büffeln in den Ferien

Von Biljana Neloska

Hatten viel Spaß in der "Summer School": Ronja Offer (v.l.), Patrick Schmiegel und Laura Bester Foto: Biljana NeloskaHatten viel Spaß in der "Summer School": Ronja Offer (v.l.), Patrick Schmiegel und Laura Bester Foto: Biljana Neloska

Delmenhorst. In den Sommerferien zur Schule? Für viele ein Graus. Nicht für Schüler aus Delmenhorst. Die Jugendlichen haben sich freiwillig für zusätzlichen Lernstoff entschieden und sind davon begeistert.

18 Delmenhorster Schüler haben fast zwei Wochen ihrer Sommerferien geopfert, um an der Volkshochschule Delmenhorst in der aktuellen Bullenhitze die Schulbank zu drücken. Der Hintergrund: Mit dem "Summer School"-Projekt sollen die Jugendlichen ihre schulischen Leistungen stärken und sich auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten. Ziel erreicht - zumindest für Ronja Offer, Patrick Schmiegel und Laura Bester.

Nächstes Schuljahr kann kommen.

Die drei Zehntklässler in spe sind begeistert von dem Angebot. "Mir hat es sehr geholfen. Man wiederholt ganz viele Sachen, was besonders jetzt am Ende der Sommerferien kurz vorm Schulstart wichtig ist. Außerdem hat es auch viel Spaß gemacht und man hat viele nette Leute getroffen", sagt die 15-jährige Laura. Das findet auch Ronja (16): "Jetzt ist man richtig gut auf das neue Schuljahr eingestimmt. Man startet nicht mit einem Brett vorm Kopf, sondern ist gut vorbereitet. Mir hat das eine Menge gebracht." Der 15-jährige Patrick habe bei der "Summer School" mitgemacht, weil ihm viele Positives davon erzählt hätten. "Es sollte etwas ganz Tolles sein. Und das war es auch. Für das kommende Schuljahr und auch für die berufliche Zukunft", erklärt Patrick.

Anders als normaler Schulunterricht

Das Angebot gibt es bereits seit sieben Jahren in Delmenhorst. Die aktuelle "Summer School" lief über neun Tage. Zum Programm gehörten Lernförderung, Wiederholung von Lerninhalten in Deutsch, Mathe und Englisch sowie die Vermittlung von Lernmethoden. Die Jugendlichen konnten aber auch Betriebe wie Großbäckereien, Tischlereien und Autohäuser besichtigen und auch für künftige Bewerbungsgespräche trainieren. Damit will sich die "Summer School" bewusst vom normalen Schulunterricht abheben. "Die Jugendlichen sollen dadurch Schule außerhalb von Schule erleben und Freude daran haben", sagt Katja Schmall, Fachdienstleiterin Jugendarbeit.

Schwellenängste abbauen

Man versuche durch das Lernprojekt auch Schwellenängste abzubauen. "Die Schüler lernen alternative Lernmethoden und ortsansässige Unternehmen kennen, die später auch als Ausbildungsbetriebe fungieren können. Außerdem erfahren unsere Schüler, worauf es beispielsweise bei Bewerbungen ankommt, was alles dafür wichtig ist", erklärt Ralf Kronhardt, Sozialpädagoge, Delmenhorster-Jugendhilfe-Stiftung. Außerdem: "In der Regel verbessern sich die Teilnehmer schulisch um eine Note", so Kronhardt. Das Projekt soll auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Die "Summer School" ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Delmenhorst, des Fachdienstes Jugendarbeit, der Volkshochschule Delmenhorst, der Delmenhorster-Jugendhilfe-Stiftung und der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.


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