Möbel entwendet Möbellager warnt vor falschen Mitarbeitern in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe

So ist es richtig: Der Transporter des Möbellagers von Caritas und Diakonie, im Bild sind die Mitarbeiter Matthias Effenberg (re.) und Jörg Grätsch zu sehen, ist mit entsprechender Aufschrift versehen. Wegen eines Betrugsversuchs weist das Möbelhaus verstärkt auf die Aufschrift am Transporter hin. Foto: Frederik GrabbeSo ist es richtig: Der Transporter des Möbellagers von Caritas und Diakonie, im Bild sind die Mitarbeiter Matthias Effenberg (re.) und Jörg Grätsch zu sehen, ist mit entsprechender Aufschrift versehen. Wegen eines Betrugsversuchs weist das Möbelhaus verstärkt auf die Aufschrift am Transporter hin. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Sie gaben sich als Mitarbeiter des Möbellagers für Bedürftige aus: Betrüger haben Einrichtungsgegenstände aus einer Haushaltsauflösung für sich abgezweigt. Mutmaßlich, um sich durch den Verkauf zu bereichern. Das berichtet die Caritas und nennt den Fall erschreckend.

Betrüger sollen Möbel entwendet haben, die eigentlich für das Bedürftigen-Möbellager der Caritas und der Diakonie bestimmt waren. Vermutlich wollen sie sich durch den Verkauf selbst bereichern. Das berichtet der Geschäftsführer der hiesigen Caritas, Peter Schmitz, gegenüber dem dk. Schmitz weist darum Spender eindringlich darauf hin, dass die Transporter des Möbellagers mit einem entsprechenden Schriftzug und Logos der Caritas und der Diakonie, die beiden Träger der Sozialeinrichtung, versehen sind (siehe Foto).

Betrüger geben sich als Möbellager-Mitarbeiter aus

(Weiterlesen: Das Möbellager – ein Projekt für Bedürftige)

Seinen Angaben nach hat sich der Vorfall in der vergangenen Woche folgendermaßen zugetragen: Über einen privaten Kontakt hat eine der Caritas bekannte Person, die treibende Kraft hinter dem Betrug sein soll, von einer Haushaltsauflösung in Hasbergen Kenntnis erlangt. Gegenüber dem Beauftragen der Haushaltsauflösung gab sich die Person als Mitarbeiter des Möbellagers aus. Der durch ein älteres Ehepaar eingesetzte Verwalter wollte auch für den guten Zweck Einrichtungsgegenstände spenden. „Die schönsten Stücke haben sich die Betrüger herausgepickt, auf einen Anhänger verladen und abtransportiert“, sagt Schmitz. Der Verwalter jedoch wurde skeptisch, fuhr dem Gespann hinterher und entdeckte, dass die Möbel nicht am Lager an der Diepholzer Straße 14 abgeladen wurden. Er stellte sie zur Rede und informierte die Caritas.

Strafanzeige angedroht

„Das geht überhaupt nicht“, sagt Schmitz hierzu. Gerade die Ehrenamtlichen im Team des Sozial-Möbellagers, 15 an der Zahl plus vier Langzeitarbeitslose, seien schockiert. War es doch ein ehemaliger Ehrenamtlicher, der den Wagen mit Anhänger gefahren haben soll. Der Caritas-Geschäftsführer hat dem mutmaßlichen Haupttäter eine Strafanzeige angedroht – aber nicht gestellt. Schmitz: „Den letzten Schritt wollten wir noch nicht gehen“, auch wenn die Möbel jetzt nicht im Lager für Bedürftige stehen und verloren bleiben. Deshalb kann Schmitz weitere Betrügereien unter dem Deckmantel der Caritas und Diakonie nicht ausschließen.

Betrügereien bereits in der Vergangenheit verzeichnet

Mit Gaunereien dieser Art mussten sich die Kräfte des Möbellagers in der Vergangenheit immer wieder mal herumschlagen: So hat sich vergangenes Jahr beispielsweise ein Händler als Angehöriger eines Bedürftigen ausgegeben, um per Kleinlaster Möbel einzusacken. „Mittlerweile ist unser System aber so gut entwickelt, dass es kaum noch Betrugsversuche gibt“, so Schmitz – wenngleich der vorliegende Fall „erschreckend“ sei. Das Möbellager hat Dienstag die Sommerpause beendet.


Von der Gemeinschaft getragen

Das Möbellager für Bedürftige an der Diepholzer Straße vereint viele Beteiligte: Die Abfallwirtschaft Delmenhorst (ADG) entsorgt Möbel, die nach rund acht Wochen keine Abnehmer finden. Das Jobcenter vermittelt langzeitarbeitslose Helfer, um ihnen Arbeitspraxis zu ermöglichen. Die Stadt steuert monatlich einen Betriebskostenzuschuss bei. Privatleute geben Geld- und vor allem Möbelspenden ab. Allein in der zweiten Jahreshälfte wurden laut Schmitz 3000 Möbel vermittelt. Das Gebäude des Möbellagers wurde von einem Privatmann gestiftet.

Spender können Möbelabholungen von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr unter Telefon (04221) 9748020 absprechen. Bedürftige können sich an der Diepholzer Straße 14 immer dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr ein Bild über das Angebot machen.

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