Rund 10.000 Euro Kosten 2018 bereits zwölf Schrottautos aus Stadtbild entfernt

Von Frederik Grabbe

Meist ohne Kennzeichen blockieren widerrechtliche Autos Parkplätze in der Stadt – wie im Bild im Delmenhorster Wollepark. Foto: Frederik GrabbeMeist ohne Kennzeichen blockieren widerrechtliche Autos Parkplätze in der Stadt – wie im Bild im Delmenhorster Wollepark. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst hat 2017 rund 10.000 Euro dafür gezahlt, widerrechtlich abgestellte Autos abzuschleppen und zu verschrotten. Tendenziell häufen sich diese Fälle. Das geht aus einer Antwort der Stadt auf dk-Anfrage hervor.

Sie sind ein Ärgernis. Nicht mehr zugelassene Schrottautos blockieren Parkplätze, verschandeln das Stadtbild – und bürden anderen eine Last auf. 27 Mal musste die Stadt 2017 den Abschleppdienst beauftragen, der diese widerrechtlich abgestellten Autos schließlich zur Schrottpresse brachte. Die Zahl dieser abgeschleppten Fahrzeuge in den vergangenen Jahren schwankt, nimmt aber tendenziell zu. So zählte die Stadtverwaltung 2010 insgesamt zehn abgeschleppte Fahrzeuge, 2012 wurde mit einem Auto ein Tiefpunkt erreicht, 2015 bis 2016 schoss die Zahl von 27 auf 42. 2017 waren es wieder 27, im Jahr 2018 wurden bis August zwölf Autos abgeschleppt, hochgerechnet wären das am Jahresende 18.

Stadt muss pro Fall bis zu 400 Euro zahlen

Erfahrungsgemäß sind es laut Verwaltung um die 200 Wagen im Jahr, die sie erst mit roten Punkten markiert und auf diese Weise die Halter verwarnt. „Die Fahrzeughalterin oder der Fahrzeughalter ist dann verpflichtet, das Fahrzeug innerhalb von zwei Wochen zu entfernen.“ Geschieht das nicht, folgt ein zweiter roter Punkt mit einer weiteren Frist von vier Wochen. Steht das Auto danach noch immer an der Stelle, wird abgeschleppt und – wenn es der Halter nicht innerhalb einer Woche abholt – verschrottet. Einschließlich Stand- und Verwaltungsgebühren kostet die Stadt so ein Vorgang zwischen 350 und 400 Euro.

Kosten sollte eigentlich der Autohalter tragen

Die Kosten sollte eigentlich der Halter tragen, dieser kann aber – beispielsweise über die Fahrgestellnummer, alte Kennzeichen, die Umweltplakette oder bei neueren Autos die Fahrzeugidentifikationsnummer – nicht immer ermittelt werden, geht aus der Antwort der Stadt hervor.

Zahl der Schrottautos auf privaten Flächen bleibt Dunkelziffer

Und: Die Angaben der Stadt beziehen sich nur auf den öffentlichen Verkehrsraum. Bei Schrottautos auf privaten Flächen fehlt der Stadt der Zugriff. Sie bilden darum eine Dunkelziffer. Dass auf manch‘ Privatgrundstück ebenfalls die aussortierten Vehikel Parkraum rauben, zeigt eine Aktion des Wollepark-Vermieters Grand City Property (GCP) aus dem Sommer 2016. Das Unternehmen mit mehr als 500 Wohnungen im Bereich Schwaben-, Pommern- und Westfalenstraße hat über Aushänge betroffene Autohalter gewarnt, abzuschleppen. Seitdem habe sich die Situation aber gebessert: So hat die 2017 eingerichtete Nachtaufsicht unter anderem die Aufgabe, das Abstellen von Schrottautos zu verhindern, teilt GCP-Sprecherin Katrin Petersen mit. Die Nachtaufsicht, durch die Ansprache von Mitarbeitern sowie durch die Aushänge habe sich die Zahl der Schrottautos „auf ein Minimum reduziert“.


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