Wann nimmt die Feuerwehr Geld? Fahrlässiger Heckenbrand kann in Delmenhorst teuer werden

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Auf den Gasbrenner folgt der Druckschlauch: Ein solcher Feuerwehreinsatz zur Löschung einer Hecke kann den Eigentümer einige Hundert Euro kosten. Symbolfoto: Kreisfeuerwehr LeerAuf den Gasbrenner folgt der Druckschlauch: Ein solcher Feuerwehreinsatz zur Löschung einer Hecke kann den Eigentümer einige Hundert Euro kosten. Symbolfoto: Kreisfeuerwehr Leer

Delmenhorst. Der unbedachte Einsatz eines Abflammgeräts auf der heimischen Einfahrt kann kostspielige Folgen haben: Geraten eine angrenzende Hecke oder mehr in Brand, stellt die Feuerwehr für ihren Einsatz eine Rechnung.

Wer grob fahrlässig mit einem Gasbrenner einen Heckenbrand und damit einen Feuerwehreinsatz auslöst, riskiert ein teures Nachspiel. Das hat eine Nachfrage bei der Stadt Delmenhorst aufgrund eines solchen Einsatzes vor wenigen Tagen ergeben. Im Schnitt rücken die Einsatzkräfte ungefähr jeden zweiten zu vermeidbaren Vorfällen aus – dazu gehören neben den sommerlichen Heckenbränden auch Fehlalarme und bestimmte Hilfseinsätze. Im vergangenen Jahr hat die Stadt so mehr als 77000 Euro abgerechnet, insbesondere für Personal- und Materialkosten.

Mehrere Hundert Euro Kosten

Zuletzt wurden die Brandschützer von Hauseigentümern zu Heckenfeuern an der Berliner Straße und an der Friedensstraße geordert. Auch in Varrel, Ganderkesee, Hude und Wildeshausen kam es in diesem Jahr schon zu ähnlichen Vorfällen. Obwohl die Feuerwehr regelmäßig davor warnt, insbesondere bei trockener Witterung Vorsicht walten zu lassen beim Einsatz von Abflammgeräten für die Unkrautvernichtung auf der heimischen Einfahrt, nehmen solche Fälle scheinbar zu. Auf dk-Nachfrage bestätigte die Stadt, dass einer der erwähnten jüngsten Einsätze kostenpflichtig ist und der Veursacher somit eine Rechnung erhält: Die genaue Höhe der Einsatzkosten ist pauschal nicht zu beantworten, da die Einsatzkosten von mehreren Faktoren (wie groß war die Hecke, brannten noch andere Gegenstände oder bauliche Anlagen, wie lange war die Einsatzdauer, Personal- und Fahrzeugansatz und vieles mehr.) abhängig ist. Es kann aber schnell mehrere hundert Euro betragen.“

Auch Türöffnung kostet

Grundlage für die zu prüfende Zahlungspflicht ist die „Satzung über die Erhebung von Gebühren und Kostenerstattung für Einsätze und sonstige Leistungen der Feuerwehr der Stadt Delmenhorst“. Darin heißt es sinngemäß, dass für Einsätze, die vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht worden sind, sowie für Brandsicherheitswachen, Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen sowie „gebührenpflichtigen Pflichtaufgaben“ Rechnungen erstellt werden. Zu den Pflichtaufgaben gehören beispielsweise auch Türöffnungen, Baumfällungen, Tierbergungen, Entfernung von Wespennestern oder Auspumpen von Kellern.

Bis jetzt 99 Einsätze

Im Jahr 2017 wurden nach Angaben des Rathauses insgesamt 200 kostenpflichtige Einsätze mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 77600 Euro abgerechnet. Im laufenden Jahr waren es bisher 99 Einsätze mit einer Gesamtsumme von 36.218 Euro.


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