Grafttherme setzt auf Wellness Delmenhorst will trotz Rekordsommer kein Freibad

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Die derzeit einzigen Freiluftmöglichkeiten in der Grafttherme: Der Rutschbereich (Foto) und das kleine Sport-Außenbecken. Foto: Melanie HohmannDie derzeit einzigen Freiluftmöglichkeiten in der Grafttherme: Der Rutschbereich (Foto) und das kleine Sport-Außenbecken. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die Delmenhorster Grafttherme sieht trotz des Rekordsommers und der Konkurrenz der umliegenden Freibäder keine Veranlassungen, den Außenbereich auszubauen. Das teilte das Bad am 25. Juli 2018 mit. Delmenhorst ist die einzige kreisfreie Stadt in Niedersachsen ohne echtes Freibad.

Trotz des Rekordsommers sieht sich die Grafttherme nicht veranlasst, über ein verbessertes Badeangebot im Freien nachzudenken. Das ist das Ergebnis einer dk-Nachfrage, ob und wie das Bad auf die Konkurrenz der umliegenden Freibäder und Badeseen reagiert. Die Therme räumte ein, dass die seit Wochen anhaltenden freibadtauglichen Temperaturen Auswirkungen auf die Besucherzahlen haben. Sprecherin Britta Fengler: „An heißen Tagen wie derzeit sind keine Bereiche in der Grafttherme so überfüllt wie an regnerischen oder kalten Tagen.“ Delmenhorst ist die einzige kreisfreie Stadt in Niedersachsen ohne echtes Freibad. Auch in der hiesigen Region ist die Stadt ein weißer Fleck auf der Freibad-Karte - im Gegensatz etwa zu Ganderkesee, Hude, Wildeshausen oder Harpstedt.

Mit Resonanz zufrieden

Man sei dennoch mit der Resonanz in diesen Wochen zufrieden: „So waren beispielsweise am vergangenen Sonntag mehr als 1300 Gäste in der Grafttherme, knapp 90 davon sogar im Saunabereich“, bekräftigte Fengler. Die Grafttherme könne aber nicht mit einem typischen Freibad verglichen werden, denn sie sei eine Freizeitanlage „mit einem vielfältigen Angebot für Schwimmer bis hin zu Sauna- und Wellnessanhängern “. Dieser Sommer sei ein sehr heißer und „da ist es verständlich, dass viele in die Freibäder oder an Badeseen gehen“. Im vergangenen Jahr sei der Sommer hingegen verregnet gewesen, was sich auf die Besucherzahlen positiv ausgewirkt habe. Obwohl es in diesem Jahr sehr heiß sei, gebe es momentan keine Planungen bezüglich eines Außenbeckens. Mit der Schließung und des nachfolgenden Delfina-Abbruchs ist Delmenhorst nun schon seit neun Jahren ohne Freibadangebot.

Zwei-Stunden-Schließung bleibt

In Frühschwimmerkreisen heißt es, das Bad könnte zumindest mit einer kleinen Angebotsverbesserung im vorhanden Sportaußenbecken der Grafttherme (vier 25-Meter-Bahnen) auf den umliegenden Wettbewerb – insbesondere durch das Freibad Ganderkesee – reagieren. Denn Delmenhorst schließt zwischen 8 und 10 Uhr die Pforten, während im Nachbarort durchgehend geöffnet ist. Doch die Grafttherme sieht hier keinen Bedarf. Britta Fengler: „Von einer Öffnung zwischen 8 und 10 Uhr sehen wir aus wirtschaftlich-technischen sowie organisatorischen Gründen (Reinigungsarbeiten) ab“.

Kursbecken kommt

415000 Besucher zählte die Grafttherme über alle Bereich im vergangenen Jahr, dieses Jahr peilt die Geschäftsführung 422000 Gäste an – vor allem, weil der Wellnessbereich boome. Freizeit- und Saunabereich sollen weiter aufgewertet werden. Das nächste große Projekt ist der Bau eines zweiten Kursbeckens. Es soll 80 Quadratmeter groß sein, 2019 fertig werden und etwa 1,8 Millionen Euro kosten.


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