dk-Sommerkonzert Jens Sörensen gibt in Delmenhorst den Sinatra

Von Sascha Sebastian Rühl

Jens Sörensen spielt seine „Sinatra-Story“ im August auf der Burginsel. Foto: Peter PorikesJens Sörensen spielt seine „Sinatra-Story“ im August auf der Burginsel. Foto: Peter Porikes

Delmenhorst Sänger Jens Sörensen nimmt als Frank Sinatra beim dk-Sommerkonzert auf der Burginsel am Samstag, 25. August, die Delmenhorster mit auf eine musikalisch-biografische Zeitreise. Im Interview mit dem dk erzählt er, was ihn bis heute an Sinatras Musik fasziniert, wie es ist, in einem Stück des legendären Sängers zu versinken – und warum Sinatra mehr ist als Mafia, Alkohol und Frauen.

dk: Herr Sörensen, was begeistert Sie an Frank Sinatra? Sörensen: Zum einen seine gesanglichen Fähigkeiten. Er hat jedem Stück die richtige Stimmung gegeben und 1800 Platten mit vielen Dubletten aufgenommen. Da kann man jedes mal hören, in welcher Stimmung er sich bei der Aufnahme befunden hat. Das zweite ist, dass ich großen Respekt vor seiner Lebensleistung habe. Er hatte eine Karriere, die 60 Jahre andauerte, und ist immer seinem Stil treu geblieben. Trotz des Glamours war er immer mit denselben Problemen behaftet wie wir.

Seit 13 Jahren treten Sie mit der Sinatra-Story auf. Wann haben sie „New York, New York“ einmal zu oft gehört?

Ob sie’s glauben oder nicht: Ich kann diese Stücke nicht überhören. Das liegt auch daran, dass sich damals Leute sehr viel Mühe beim Schreiben gegeben haben. Da wurden noch keine Stücke am PC konstruiert. Das ist es auch, was die Musik ausmacht. „You make me feel so young“ zum Beispiel und „New York, New York„ singe ich immer wieder gern, weil das Publikum es liebt.

(Weiterlesen: So lief das dk-Sommerkonzert 2017)

Welches Merkmal des Entertainers war am schwierigsten einzustudieren?

Schwer zu sagen. Ich bin immer sehr aktiv auf der Bühne und darauf viel unterwegs. Das hat er nicht gemacht, er war Minimalist und hat sich auf wenige Gesten beschränkt. Das fällt mir schwer, vor allem wenn das Publikum euphorisch ist. Wenn ich aber selbst im Stück versinke, dann versuche ich auch, diese Stimmung zu transportieren. Nach 15 Jahren Sinatra-Story sagen mir die Leute, dass ich ihm immer näher komme.

Wie viel Sinatra steckt in Ihnen, abgesehen von Aussehen und Stimme?

Wir leben in unterschiedlichen Zeiten. Früher wurde auf Bühnen noch Alkohol getrunken und gefeiert. Das ist heute nicht mehr möglich. Mein Whisky auf der Bühne ist Apfelsaft in einer Jack-Daniels-Flasche. Was uns verbindet, ist diese Art der Musik, der Swing. Er transportiert Lässigkeit und Lebensfreude. Wenn ich den Smoking nach der Show wieder ausziehe, bin ich wieder Jens Sörensen. Dann hat mich der Alltag wieder. Das ist auch ganz gut so.

Worauf können sich die Delmenhorster freuen?

Ich glaube, wir werden einen außergewöhnlichen Abend und eine schöne musikalische Zeitreise erleben. Ich erzähle von „meiner“ Karriere von Beginn bis zum Ende. Die Leute werden sich von dieser Geschichte gefangen nehmen lassen und etwas mehr erfahren als über Mafia, Alkohol und Frauen. Ich freue mich unglaublich, mit der Big Band Bremen mal wieder auf der Bühne zu sein. Die ist sehr, sehr gut und hat das richtige Musikgefühl. Für diesen Abend werden wir Sinatras Musik mit Leben füllen und etwas Las Vegas nach Delmenhorst bringen. Die Idee mit dem Picknick, dass sich das Publikum etwas zu essen mitbringen kann, finde ich sehr reizvoll. Das hätte Frank auch gefallen.

Frank Sinatra wäre heute über 100 Jahre alt, trotzdem begeistert seine Musik auch heute noch.

Das ist erstaunlich, das geht mir genauso. Bei allen öffentlichen Konzerten stelle ich fest, dass seine Musik generationsübergreifend funktioniert. Das liegt vielleicht auch daran, dass Robbie Williams eine kleine Brücke geschlagen mit seinem Swing-Album hat. Es kommen oft mehrere Generationen einer Familie gemeinsam ins Konzert. Das ist besonders schön, wenn man sieht, wie dieser Funke weiter springt.

„Ein Interview ist der hartnäckige Versuch, den anderen an der Zunge zu ziehen.“ Das hat Sinatra einmal gesagt. Haben Sie noch etwas hinzuzufügen?

Da ist ein typischer Spruch! Es ist ein wundervolles Gefühl, wenn man mit dem Smoking rauskommt und die Leute aus dem Alltag rausholt und sie über zwei Stunden in diese Zeit zurückholt. Er hat auch gesagt: „Du musst das Leben einfach lieben, Baby.“


Der Oldenburger Jens Sörensen (58) ist Musiker seit Jugendzeiten. 1983 folgten eine Bandgründung und 25 Jahre Unterhaltungsmusik im Top 40-Bereich. Seine Affinität zu Sinatra-Liedern entwickelte Sörensen, als er im Urlaub eine Biografie über den Sänger las. Als sich seine Band auflöste, trat der Oldenburger in Sinatras Fußstapfen und entwickelte ein Bühnenprogramm.

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