DLRG Delmenhorst Was man für die Wasserrettung wissen muss

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Sitzen in einem Boot, dem Delmeadler 2: Stefan und Sarah Bollweg. Beide engagieren sich bei der DLRG Delmenhorst. Foto: Sascha Sebastian RühlSitzen in einem Boot, dem Delmeadler 2: Stefan und Sarah Bollweg. Beide engagieren sich bei der DLRG Delmenhorst. Foto: Sascha Sebastian Rühl

Delmenhorst. Die DLRG in Delmenhorst befindet sich momentan in ihrer arbeitsreichsten Zeit. Die Ausbildung zum Rettungsschwimmer erfordert vorab viel theoretische und praktische Kenntnisse. Ob Sie das Zeug zum Retter haben, erfahren Sie in unserem Quiz.

„Jede Hilfe ist besser als keine Hilfe“ heißt es unter anderem bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Aber damit die Hilfe auch qualifiziert erfolgt und weniger Menschen Hilfe benötigen, lautet der Grundsatz der DLRG: Nichtschwimmer zu Schwimmer und Schwimmer zu Rettungsschwimmer. „Kinder machen bei uns Schwimmscheine, bleiben dann in unserem System und können mit zwölf Jahren das erste Rettungsschwimmabzeichen in Bronze machen“, erklärt Stefan Bollweg vom DLRG den Werdegang seiner Retter. „Wer dann in den aktiven Einsatzdienst möchte, braucht das Abzeichen in Silber, das ist dann die Basis für alles weitere.“

JET oft mit dabei

Auch seine Tochter Sarah Bollweg ist in der DLRG aktiv, im Jugendeinsatzteam (JET). „Wir waren schon zur Surfabsicherung am See und haben aufgepasst, dass alles gut geht“, erzählt die 15-Jährige. Außerdem würden sie auf den Rettungsbooten mitfahren. „Beim JET ist man bei den einfachen Sachen dabei. Bei der Badeinselregatta oder beim Triathlon am Silbersee“, zählt Stefan Bollweg auf. All diese Aktionen bereiten die jungen Retter auf verantwortungsvollere Aufgaben vor. „Ein Wochenende wird alles an einem See geübt, Dawird man auch mitten in der Nacht aus dem Bett geworfen um eine Person zu retten.“

In Übungen das Retten lernen

Praktische Übungen bereiten Anfänger auf die Rettung einer Person in Not vor: Kenntnisse, die im Ernstfall sitzen müssen. „Es gibt Zeitschwimmen, Springen und wir müssen einen Fünf-Kilogramm-Ring vom Grund holen“, erklärt Sarah Bollweg. Damit lernt man, ohne Einsatz der Arme und mit zusätzlichem Gewicht an die Oberfläche zu kommen. „Bei der Bergung einer Person kann man auch nicht mit den Armen schwimmen“, betont ihr Vater. Wohlgemerkt: Bei der DLRG muss zuerst der Schützling an die frische Luft kommen, dann sein Retter.

Mit Kleidung am schwierigsten

Auch das Schwimmen nur mit den Armen wird trainiert und natürlich steht auch ein Erste-Hilfe-Kursus auf dem Stundenplan. „Das Klamottenschwimmen ist das Schwierigste. Man muss eine Person abschleppen und hat dabei das Gefühl, dass man nicht vorankommt.“ Dabei haben Retter und zu Rettender beide noch Kleidung an, die Wasser aufsaugt. Am Ende muss jeder in der Lage sein, 20 Meter zu schwimmen, dann einen Ring hochzuholen und ihn 25 Meter abschleppen und an Land bringen.

Sicherheit

Sarah Bollweg weiß schon, wie schwierig es ist, für die Sicherheit von hunderten Badenden zu sorgen. „Man kann nicht alle im Blick haben, dazu reflektiert das Wasser und man darf Ertrinken nicht mit Untertauchen verwechseln.“ Auch ihr Vater kennt die Schwierigkeiten. Dass Ertrinkende immer mit den Armen wedeln und um Hilfe rufen würden, stimme nicht. „Manche schwimmen einfach bis sie nicht mehr können und gehen einfach unter.“

Verstärkung gesucht

„Die DLRG ist eine große Familie. Man muss ein Helfergen und soziales Engagement haben“, findet Stefan Bollweg. Die gesamte Arbeit, auch der Schutz der Badegäste an der Nordsee, erfolge Ehrenamtlich. „Da bekommen wir Kost und Logie und ein Taschengeld.“ Die Einsatzkleidung bezahle jeder selbst. „Im Sommer sind wir sehr viel unterwegs – ohne uns gibt es keine Großveranstaltungen auf dem Wasser.“ Manche Veranstaltungen fielen auch aus, zum Beispiel weil Gewitter aufzogen, bei denen niemand im Wasser sein sollte. Stafan Bollweg kennt einen weiteren Grundsatz seiner Retter: „Eigenrettung vor Fremdrettung“. In Lebensgefahr soll sich niemand bringen.

Weitere Infos zum DLRG in Delmenhorst finden Sie hier.

Mit Übungen bereitet sich die DLRG auf den Ernstfall vor. Foto: DLRG


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