Kontroverse um Bauen am Gleis Delmenhorster Baurätin gibt Investor Chance für Bahnareal

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Wende bei der Bahnbrache am Winterweg im Stadtosten: Nach Klarstellung durch Baurätin Urban könnte nun doch über Wohnbauland nachgedacht werden. Foto: Michael KornWende bei der Bahnbrache am Winterweg im Stadtosten: Nach Klarstellung durch Baurätin Urban könnte nun doch über Wohnbauland nachgedacht werden. Foto: Michael Korn

Delmenhorst. Über eine bauliche Nutzung des Ex-Bahngeländes am Winterweg in Delmenhorst könnte nun doch nachgedacht werden – wenn der Investor ein abgespecktes Gesamtkonzept vorlegt. Das hat Baurätin Bianca Urban in Reaktion auf einen dk-Bericht klargestellt.

Der zunächst vom Rathaus abgewiesene potenzielle Investor für ein Wohnungsbauprojekt auf dem ehemaligen Bahngelände am Winterweg hat offenbar doch noch eine Chance: Nach dem dk-Bericht über die städtische Absage stellte Stadtbaurätin Bianca Urban am Montag, 23. Juli 2018, klar, dass es sehr wohl eine offene Tür die Entwicklung des Areals gebe. Der Investor müsse allerdings ein tragfähiges Gesamtkonzept vorlegen mit deutlich mehr Grün und weniger Baudichte.

Investor beruft sich auf Baurätin

Christoph Straube, Vorstand der W&L Wohnen und Leben AG aus Bad Soden bekräftigte gegenüber unserer Zeitung: „ Wir würden das Projekt gerne realisieren und warten auf die nächsten Informationen von der Stadt.“ Baurätin Bianca Urban habe dem Unternehmen signalisiert, „dass sie für eine Bebauung ist und sich eine Mischung aus einem Pflegeheim, Mehrfamilienhäusern und Grundstücke für Einfamilienhäuser vorstellt“. W&L habe ein Schallschutzgutachten erstellt und sehe wenig Probleme, an den Schienen entlang zu bauen. In Kürze baue W&L beispielsweise 62 Reihenhäuser in der Stadt Geislingen an der Bahn. Mit den heutigen Möglichkeiten bezüglich des Schallschutzes sei es ohne Problem möglich, in Nähe von Gleisen zu bauen. Die Bodenuntersuchungen auf dem mit Mineralöl verunreinigten Gelände am Winterweg haben laut Straube ergeben, „dass es keine Grundwasserverschmutzung gibt“. Die Bahn AG übernehme den Großteil der Sanierungsarbeiten und des Abrisses, sollte es zu einer Bebauung kommen.

Entwurf bislang „too much“

Bianca Urban bekräftigte, die bisher vorliegenden Grobplanungen von W&L mit bis zu 420 Wohnungen in Mehrparteien- und Einzelhäusern seien „too much“. Daher habe die Stadt ein Detailkonzept angefragt, das eine deutlich abgespeckte Version der Bebauung und Gestaltung beinhalte. Es gebe ein stätisches Interesse an einer Entwicklung des Areals, allein schon wegen der Altlastenproblematik. Der Investor sei jetzt am Zug, um der Ratspolitik entsprechend aussagefähige Planungen vorzulegen. Der derzeitige Entwurf sei noch nicht reif für eine Beratung etwa im Planungsausschuss.

Unabhängige fragen

Unterdessen hat auch die Ratspolitik auf den dk-Bericht reagiert: Uwe Dähne, stellvertretender Fraktionschef der Unabhängigen, wies auf den von Fachgremien und der Stadt „immer wieder heraufbeschworenen Baulandmangel“ hin und fragt das Rathaus, warum die Baulandpläne nicht im zuständigen Fachausschuss vorgelegt worden seien. Außerdem will Dähne wissen, ob es ein Konzept der Stadt für das Ex-Bahnareal gibt, und mit welcher Begründung die Stadt den Investorenentwurf abgelehnt habe.


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