Leer stehende Wohnblöcke in Delmenhorst Leerstände im Wollepark – Langer Atem ist gefragt

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Schwierige Geldeintreiben: Für die Stadt stehen in Bezug auf die Blöcke Am Wollepark 11 und 12 Kosten für Brandwache in Höhe von 160.000 Euro aus. für Archivfoto: Frederik GrabbeSchwierige Geldeintreiben: Für die Stadt stehen in Bezug auf die Blöcke Am Wollepark 11 und 12 Kosten für Brandwache in Höhe von 160.000 Euro aus. für Archivfoto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Am Wollepark 11 bis 12 und Westfalenstraße 8: In beiden Fällen stehen Wohnungen leer. In beiden Fällen hat die Stadt Delmenhorst Kosten vorgestreckt oder Zwangsgelder festgesetzt. Diese einzutreiben, bleibt ein langwieriges Unterfangen.

Die Stadt Delmenhorst hat noch immer Probleme, Kosten und Gebühren in Bezug auf leer stehende Wohnblöcke im Wollepark einzutreiben. So wartet sie noch immer auf das Geld für die seinerzeit eingerichtete Brandwache für die vom Gas- und Wasserstopp betroffenen Blöcke Am Wollepark 11 und 12. Im Fall der Westfalenstraße 8 konnte die Stadt bislang nur teilweise ein Zwangsgeld eintreiben, das gegenüber dem Besitzer des abrissreifen Blocks verhängt worden war. Das geht aus einer Antwort der Stadt auf dk-Anfrage hervor.

160.000 Euro für Brandwache stehen noch offen

Im Falle der 80 Wohnungen an der Adresse Am Wollepark 11 und 12 hatte bereits kurz nach der Schließung der Blöcke im November 2017 der Verwalter der Eigentümergemeinschaft, der Bremer Immobilienmakler Matthias Volkmer, angekündigt, die Kosten der Brandwache nicht zahlen zu wollen. Dieser Sicherheitsdienst sollte zwischen Juli und November rund um die Uhr für freie Rettungswege sorgen, weil Brandauflagen durch die Eigentümer nicht erfüllt worden waren. Diese so ausgelegten 160.000 Euro, die die Stadt auf die Eigentümer umlegen wollte, stehen noch immer offen. „Die Geltendmachung“ dieser Kosten und Gebühren werde „zur Zeit vorbereitet“, heißt es dazu aus der Verwaltung knapp. Volkmer formuliert es so: Man habe derzeit „Ärger“ mit der Stadt wegen dieser Kosten.

Kosten für Eigentümer werden anwachsen

Sicher ist, dass den Eigentümern, wollen sie an Volkmers Plan derWohnungssanierung für die 80 Wohnungen festhalten, noch weitere Kosten ins Haus stehen: Zufahrt und Fassaden müssen im Rahmen der Gefahrenabwehr saniert werden, hieß es im März. Zudem wäre dringend ein Schutz nötig, der Dritten den Zugang zu den Häusern verwehrt. Dies werde gerade zusammen mit dem Verwalter vorbereitet, teilt die Stadt hierzu mit. Das dürfte allerdings reichlich spät kommen: Im Februar lösten Obdachlose im siebten Stock einen Brand aus, auch war von weiteren Fällen mutwilliger Zerstörung und Metalldieben die Rede.

Stadtwerke mit Teilen der Eigentümer vor Gericht

„Wie soll ich das alles machen ohne Geld?“, fragt Volkmer. In dieser Aussage ist zu erahnen, dass nicht alle Eigentümer eine Zahlungsbereitschaft an den Tag legen, die es bedarf, um ihren Verwalter und seinen Sanierungsplan für die Wohnungen zu unterstützen. Ein Grund könnte sein, dass die früheren Vermieter in Teilen mit den Delmenhorster Stadtwerken (SWD) vor Gericht stehen. Die SWD klagten zuletzt in rund 20 Einzelverfahren eine Restsumme von 70.000 Euro für nicht gezahlte Gas- und Wasserrechnungen ein.

(Weiterlesen: Wollepark 11 - 12 Delmenhorster Eigentümerehepaar sieht sich Pauschalkritik ausgesetzt)

Möglich also, dass unter diesem Druck die Offerte der Stadt die Blöcke für den Verkehrswert der Wohnungen zu kaufen, wieder attraktiver wird. Eine Option, die Volkmer, selbst Eigentümer einer 72 Quadratmeter-Wohnung, in der Vergangenheit strikt ablehnte.

Unternehmen versäumt es, vollständige Zwangsgelder zu zahlen

Die Blöcke an der Adresse Westfalenstraße 8 im Delmenhorster Wollepark sollten eigentlich längst abgerissen werden. Der Besitzer, eine Firma aus Edewecht, kommt dem aber nicht nach. Archivfoto: Jan Eric Fiedler

Im Fall der Westfalenstraße 8 ist die Sachlage etwas einfacher: Im Dezember 2015 hatte das Edewechter Unternehmen Stahl- und Beton Bau Sujic GmbH den Block mit 122 Wohnungen für 200.000 Euro ersteigert – allerdings unter der Auflage, abreißen zu müssen. Da die Firma dies bis heute nicht umsetzte, hat die Stadt bislang zwei Zwangsgelder in Höhe von 30.000 und 35.000 Euro festgesetzt. Die Abbruchverfügung hat übrigens das Verwaltungsgericht Oldenburg bestätigt, teilt die Verwaltung mit. Und weil vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg eine Berufung zurückgezogen wurde, sei diese rechtskräftig. Das Unternehmen äußerte sich auf dk-Nachfrage nicht.


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