Projekte und Pläne Delmenhorster Kinderschutzbund setzt sich gegen Kinderarmut ein

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Jörg Bernhardt ist Vorsitzender des Delmenhorster Ortsverbandes im Deutschen Kinderschutzbund. Er setzt sich gegen Kinderarmut und ihre Folgen ein. Foto: Marco JuliusJörg Bernhardt ist Vorsitzender des Delmenhorster Ortsverbandes im Deutschen Kinderschutzbund. Er setzt sich gegen Kinderarmut und ihre Folgen ein. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Der Kinderschutzbund in Delmenhorst engagiert sich auf vielfältige Weise für Kinder. Er hat einen Kinderhilfsfonds eingerichtet und plant als nächstes Projekt einen Babyflohmarkt.

Erlebnistage für Kinder, der Kinderhilfsfond, ein Babysitter-Pool, Kurse unter dem Motto „Kochen mit Kids“ – das sind nur einige Beispiele für das Engagement des hiesigen Ortsverbandes im Kinderschutzbund. „Eine Lobby für Kinder“ will der Kinderschutzbund unter dem Vorsitz von Jörg Bernhardt sein.

Wohl des Kindes im Fokus

„Im Zentrum unserer Arbeit steht immer das Wohl des Kindes“, sagt Bernhardt. Der Ansatz ist dabei vielfältig: Mal geht es um finanzielle Unterstützung, mal geht es darum, dass Eltern mit ihren Kindern etwas gemeinsam erleben, mal darum, Kindern etwas Besonderes zu bieten. „Ein ganz wichtiger Begriff für unsere Arbeit ist der Begriff Teilhabe“, erläutert Bernhardt, den vor allem das weite Feld der Kinderarmut umtreibt. „Jedes dritte Kind in unserer Stadt lebt in einem Hartz-IV-Haushalt. Aber Kinderarmut hängt nicht nur am Geld. Sie hat viele Seiten. Auch fehlende Zuwendung ist eine Art von Kinderarmut, und die ist unabhängig vom Finanziellen.“

Kinderhilfsfonds gut angelaufen

Seit gut einem Jahr läuft jetzt der Kinderhilfsfonds. „Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit pädagogischem Fachpersonal Kinder zu unterstützen, die aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten der Eltern benachteiligt sind“, erläutert der Vorsitzende des Kinderschutzbundes die Ausrichtung. Bis zu 50 Euro, in begründeten Einzelfällen auch mehr, kann es nach Antrag aus dem Fonds geben. 2000 Euro hat der Kinderschutzbund bislang ausgeschüttet. „Wir machen das unbürokratisch. Das Bildungs- und Teilhabepaket deckt eben nicht alles ab. Mit 50 Euro können wir da schon einiges leisten“, betont Bernhardt. Ein Mädchen, dass gern an der Sommerschule der VHS teilnehmen wollte, dessen Eltern aber die Gebühr nicht aufbringen konnten, sei jetzt durch die schnelle Hilfe mit Enthusiasmus dabei. Nach Mitteilung eines Schulleiters, dass ein Kind in kaputtem, nur von Tape zusammengehaltenem Schuhwerk in die Schule kam, hat das Kind jetzt Geld für neue Schuhe bekommen. Es seien oft kleine Dinge, die Kindern helfen, ihnen das Gefühl geben, dazuzugehören und die Chancengleichheit erhöhen. Der Kinderhilfsfonds ist mittlerweile offen für alle Schulformen und für Kinder bis 18 Jahren.

Babysitter-Pool in Zusammenarbeit mit der VHS

Der in Kooperation mit der VHS angebotene Babysitter-Pool werde ebenfalls gut in Anspruch genommen. „Babysitter entlasten die Eltern, auch das kommt am Ende den Kindern zugute“, ist Bernhardt überzeugt. Zehn bis zwölf Babysitter sind im Stamm und können gebucht werden. Bei Bedarf schießt der Kinderschutzbund auch Geld dazu.

Die stets schnell ausgebuchten Erlebnistage, ob im Wald oder im Weserstadion, bieten laut Bernhardt die ganz besonderen Erlebnisse für Kinder. Auch Kochkurse, in den Eltern mit ihren Kindern gemeinsam kochen und Zeit verbringen, seien beliebt. Die Kinder sollen dabei auch lernen, „dass Karotten nicht in Scheiben zur Welt kommen“.

Babyflohmarkt in der Markthalle

Neuestes Projekt ist ein Babyflohmarkt. „Ende März 2019 werden wir in der Markthalle einen Markt mit Kleidung rund ums Kind anbieten, ohne Standgebühr, von privat für privat. Da sollen auch Familien mit geringeren Einkommen die Chance haben, günstig an gut erhaltene hochwertige Kinderkleidung oder Kinderwagen bekommen. „Wir haben einen Sponsor gewonnen, sind aber noch offen für Mitstreiter. Das können auch Vereine sein.“

Überhaupt plädiert Bernhardt dafür, die Angebote, die es rund ums Kindeswohl in der Stadt gibt, und das seien nicht wenige, besser zu vernetzen und zu koordinieren– im Sinne der Kinder, denn von echter Teilhabe seien zu viele ausgeschlossen.


Der Ortsverband Delmenhorst des Deutschen Kinderschutzbundes ist 1980 gegründet worden. Er ist ein gemeinnütziger Verein und Teil des Bundes- und Landesverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes. Der Ortsverband ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied des Paritätischen. Er ist unter (04221) 13636 erreichbar. Der Verein ist auf seine Mitglieder und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer angewiesen. Die Arbeit wird durch Zuschüsse, Spenden und Mitgliedsbeiträgen ermöglicht. Es werden stets Menschen gesucht, die sich im Ortsverband ehrenamtlich engagieren oder ihn finanziell unterstützen möchten. Der Deutsche Kinderschutzbund setzt sich für den Kinderschutz, die Kinderrechte und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Kinder und ihren Familien ein. Er ist überparteilich und konfessionell ungebunden.

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